ÖFB-Rücktritt

Martin Stranzl: “Irgendwann ist das Fass voll”

Burgenland
11.11.2009 19:19
Martin Stranzl hat am Mittwochabend seinen Rücktritt aus dem ÖFB-Team bekannt gegeben. "Ich bin zu dem Entschluss gekommen, meine Karriere in der österreichischen Nationalmannschaft zu beenden", erklärte der 29-jährige Verteidiger in einer schriftlichen Stellungnahme. Und weiter: "Auch wenn es mir schwer fällt, irgendwann ist das Fass voll."

"Der Rücktritt ist endgültig. Daran ändert sich auch bei einem anderen Teamchef nichts", meinte der 29-jährige Spartak-Moskau-Legionär. "Ich lasse mir nicht vorwerfen, für das Nationalteam nicht alles zu geben", so Stranzl in Richtung Constantini. Nur für die Fans findet der Burgenländer noch lobende Worte: "Ich habe immer mit Stolz und großer Leidenschaft für die Nationalmannschaft gespielt und möchte mich auf diesem Wege bei den Fans für die langjährige Unterstützung bedanken."

Stranzl berichtete, dass er sich seinen Rücktritt in den vergangenen Tagen gut überlegt habe. "Ich habe noch einmal Revue passieren lassen, wie zuletzt alles gelaufen ist und habe nach Rücksprache mit der Familie und dem Manager diese Entscheidung getroffen." Auch zur getätigten Kritik an Constantini steht er nach wie vor: "Das waren einfach nur Fakten, die ich angesprochen habe."

Stranzl über Constantini verärgert
Der Burgenländer war zuletzt vor allem mit lautstarker Kritik an ÖFB-Coach Didi Constantini aufgefallen. Stranzl warf dem Tiroler unter anderem vor, bei der Kadernominierung mit zweierlei Maß zu messen und wünschte sich mehr Aufrichtigkeit. "Eine Linie hat er eigentlich nur bei Andi (Ivanschitz) und mir. Ansonsten frage ich mich schon, nach welchen Kriterien der Kader zusammengestellt wird. Eigentlich hat es geheißen, dass er nur Spieler holt, die auch bei ihrem Verein zum Einsatz kommen. Jetzt aber sind auch solche dabei, die überhaupt nicht spielen", wunderte sich der Innenverteidiger kurz nach der Kaderbekanntgabe.

Aus seiner Nicht-Nominierung zog der Innenverteidiger dann auch den Umkehrschluss: "Ich sehe das so, dass ich nicht gebraucht und gewollt werde. Er soll mir das direkt sagen. Dann ist der Kas' gegessen und ich kann mich mehr auf meine Familie und meinen Verein konzentrieren."

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