12.05.2018 06:51 |

Afghane angeklagt

Prozess um Drogengeschäfte am Innufer

Für einen Afghanen, der 2015 Asyl bekam, schon leidlich Deutsch spricht und einen gut bezahlten Job in einem großen Unterländer Unternehmen hat, entscheidet sich am Landesgericht wohl sein weiterer Lebensweg. Denn der 28-Jährige soll in Drogenkreisen verkehrt haben. Entscheidend: War er auch Verkäufer?

Auf den ersten Blick ist der junge Mann ein Beispiel für gelungene Integration. Gepflegt, höflich und beruflich in der Probezeit bei einer großen Firma. Asyl wurde ihm bewilligt, doch das Visum wurde wegen des Gerichtstermins ausgesetzt. Bei einer Verurteilung ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Tirol wohl dahin.

Unterländer belastet Angeklagten
Was war passiert? Im Zuge von Ermittlungen in Drogenkreisen belastete ein junger Unterländer den Afghanen. Er habe von ihm bei zwei oder drei Deals am Innufer mindestens ein Kilo Cannabiskraut gekauft. Zum Gramm-Preis von 5 Euro. Beim Prozess offenbarte der Zeuge aber einige Gedächtnislücken - und korrigierte seine Aussage dahin, dass der angeklagte 28-Jährige zwar des Suchtgift übergeben hatte, aber er nur als Vermittler und Dolmetscher für einen Dealer fungiert hatte, der ebenfalls anwesend und der eigentliche Besitzer des Stoffs war.

Ordentlicher Lebenswandel
Die Verteidigerin beharrt sogar darauf, dass ihr Schützling selbst nur Kunde war. Und sie hob seinen tadellosen Lebenswandel zwischen Überstunden, Deutsch-Kursen und Fitnessstudio hervor. Weitere Zeugen rund um diese Drogengeschäfte sollen nun Klarheit bringen - für den angeklagten Afghanen eine Existenzfrage.

Andreas Moser
Andreas Moser
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