Fr, 22. Juni 2018

Welt-Asthma-Tag

01.05.2018 06:00

Urlaub auf dem Bauernhof gegen Atemnot

Wer noch eine Reisedestination für den Sommer sucht, muss nicht in die Ferne schweifen, vor allem, wenn es um die Gesundheit der Kinder geht. Denn jeder Aufenthalt im Kuhstall ist nämlich eine Vorsorge für gesunde Lungen und gegen Allergien.

Ab in den Kuhstall! Seit fast 20 Jahren verdichten sich die Hinweise, dass Kinder, die auf dem Land aufwachsen, wesentlich weniger häufig an Asthma leiden als jene aus einer „keimfreieren“ urbanen Umgebung. Heute weiß man: Zu wenig Schmutzkontakt fördert tatsächlich Allergien. Ideal wären deshalb regelmäßige Urlaube auf einem Bauernhof mit Kühen, da diese Tiere einen Asthma- und Atopie-Schutzfaktor (= gegen allergische Reaktion) produzieren. „Daher ist - so widersprüchlich es klingen mag, jeder Aufenthalt in einem Kuhstall - schon in der Schwangerschaft und dann mit kleinen Kindern aktive Gesundheitsvorsorge“, so Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Schenk, Präsident der Österreicheischen Gesellschaft für Pneumologie zum Welt-Asthma-Tag am 1. Mai.

Eine ganz wesentliche Rolle für das Entstehen einer Asthma-Erkrankung spielen außerdem Umweltgifte. Diese belasten jedoch nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern bedeuten auch Stress für Pflanzen, die darauf mit einer erhöhten Produktion von Pollen und mehr Allergenen darin reagieren. Außerdem verbinden sich diese mit Dieselabgasen und bilden dann ein Gemisch, das stark allergisch wirkt. Und der bedeutendste Risikofaktor für Asthma bronchiale stellen eben Allergien dar.

Hinzu kommt, dass unsere Hautbarrieren durch häufiges Waschen und die verstärkte Verwendung waschaktiver Substanzen beim Wäschewaschen durchlässiger werden. Prim. Schenk: „Übertriebene Hygiene schadet! Unsere Hautoberfläche wird nämlich durch einen Säureschutzmantel geschützt. Wer diesem zu oft mit Wasser und Seife zu Leibe rückt, zerstört den natürlichen Schutz. Weiters werden die in Waschmitteln enthaltenen Enzyme nicht zur Gänze ausgewaschen, Reste davon verbleiben in der Kleidung und schädigen wiederum die Hautbarriere.“

Am notwendigsten ist jedoch, die Sprösslinge vom blauen Dunst fern zu halten. „An erster Stelle, um das Entstehen von Asthma zu vermeiden, steht die Vermeidung der Passivrauchbelastung des Kindes im Mutterleib sowie des Babys nach der Geburt. Kein Faktor ist in der Asthma-Prävention so wichtig wie dieser!“, betont Prim. Schenk.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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