Statistik zeigt ...

"Speckgürtel" rund um Kärntens Städte wächst - Land leidet

Kärnten
07.11.2009 15:18
Das neue statistische Jahrbuch Kärntens zeigt es schwarz auf weiß: Die Täler und abgelegenen Gemeinden und Orte leiden unter dramatischem Bevölkerungsrückgang. In neun Jahren ging teils jeder zehnte Bürger verloren! Dagegen wächst der "Speckgürtel" rund um die großen Kärntner Städte immer mehr.

Was ist eigentlich ein "Speckgürtel"? Das Internet-Lexikon Wikipedia definiert ihn als "suburbane Umgebung einer Stadt". Und es wird auf die Problematik hingewiesen: "Erhebliche soziale, ökonomische und ökologische Probleme entstehen dadurch, dass die umliegenden Gemeinden wachsen und vom breiten Infrastrukturangebot der Kernstadt profitieren, ohne über Steuern zu dessen Finanzierung beizutragen."

Gewinner und ...
Der Klagenfurter "Spekgürtel" zeigt sich im Jahrbuch - herausgegeben von von Landesstatistiker Peter Ibounig ganz klar: Maria Wörth (+16,8), Maria Rain (+15,2%, Krumpendorf (+15%), Schiefling (+ 14 %) und auch die Gemeinde Magdalensberg (+8,3%) sind zwischen 2001 und 2009 einwohnermäßig stark gewachsen. Der Trend gilt aber auch für Villach, denn die Einwohnerzahl der angrenzenden Gemeinde Wernberg stieg um satte 9,8 Prozent.

... Verlierer
Wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben und die finden sich in den Tälern. "Dort kann man von teils dramatischer Landflucht sprechen", kommentieren Experten die Zahlen. Die Gemeinden mit den stärksten Einwohnerverlusten zwischen 2001 und 2009 sind: Mallnitz (-14,1%),  Hüttenberg (- 10%), Metnitz und Krems (jeweils -9,6%), Klein St. Paul (-9,2%), Bad Eisenkappel (-9,0%) sowie Neuhaus (-8,6%) und St. Stefan im Gailtal (- 8,4%).

Die Folgen dieser Entwicklung ist dramatisch, weil vor allem jungen  Menschen aus den Tälern ins Umfeld der Städte ziehen – dorthin, wo die Jobs und Freizeiteinrichtungen warten. Die Infrastruktur am Land leidet massiv: Schulen, Öffis, Handel und Gewerbe.

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"

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