Berufssperre droht

Helle Aufregung im Gerichtssaal: Anwalt betrunken!

Kärnten
03.11.2009 10:19
Montag, 9 Uhr: Schon vor dem Verhandlungssaal 129 des Klagenfurter Landesgerichts sorgt der Verteidiger eines mutmaßlichen Kindesmisshandlers für Aufsehen - der Jurist scheint betrunken. Bei der Verhandlung erhärtet sich dieser Verdacht. Das Verfahren platzt – ein Skandal!

Es geht um ein misshandeltes Kind. Und es geht um einen Angeklagten, dem bis zu fünf Jahre Haft drohen und der zumindest ein Recht auf eine faire Verteidigung hat. Sein Pflichtverteidiger sieht das offenbar anders: Der erfahrene Klagenfurter Jurist kann nicht verbergen, dass er alkoholisiert am Gericht erscheint.

Sein Atem riecht nach Alkohol, das Lallen ist nicht zu überhören und der schwankende Gang nicht zu übersehen – auch wenn der Richter eine Weile braucht, um zu begreifen, was da vor sich geht. Eine derartige Missachtung hat er in seiner Laufbahn noch nicht erlebt.

Richter: "Sind Sie betrunken?"
Der Anwalt selbst scheint nicht mehr zu verstehen, was um ihn herum geschieht. "Schuldig", sagt er nur über seinen Mandanten. Viel mehr bringt er nicht heraus. "Sind Sie betrunken?", fragt der Richter noch, nachdem er der Farce endlich ein Ende macht und vertagt. "Nein", antwortet der Jurist treuherzig, packt seinen Koffer und torkelt hinaus.

So ein Fall muss natürlich Konsequenzen haben. Gernot Murko, Präsident der Kärntner Anwaltskammer: "Ein skandalöses, unverzeihliches Verhalten! Da gibt es keine Rechtfertigung; die Disziplinarkommission wird daher entscheiden, wie das zu ahnden ist." Von einer hohen Geldstrafe (wahrscheinlich) bis zur Berufssperre (eher unwahrscheinlich) ist alles möglich.

von Kerstin Wassermann ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at

Nähere Details zum schockierenden Kindesmisshandlungs-Prozess in der Infobox!

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