Diese werden bereits am Boden und im Meer durchgeführte Messungen ergänzen und damit eine weltweite Überwachung des Wasseraustauschs ermöglichen.
"Da dieser Austausch, der zu einem Großteil in abgelegenen Gebieten vonstattengeht, sich direkt auf das Wetter auswirkt, ist er für Meteorologen von höchster Bedeutung", erklärte der für die Mission zuständige ESA-Direktor Volker Liebig zum Start des Satelliten im nordrussischen Plessezk. Der Salzgehalt sei zudem einer der Motoren der Meereszirkulation, die für den Wärmeaustausch zwischen den Weltmeeren verantwortlich ist. "Auf die Möglichkeit der Überwachung dieses Phänomens warten Klimatologen, die versuchen, die langfristigen Auswirkungen des derzeitigen Klimawandels vorherzusagen, schon lange", so Liebig.
Gerät misst Bodenfeuchtigkeit und Salzgehalt
Für die 315 Millionen Euro teure SMOS-Mission haben Ingenieure und Wissenschaftler ein völlig neues Messinstrument, ein sogenanntes interferometrisches Radiometer namens MIRAS, entwickelt. Es misst Bodenfeuchtigkeit und Salzgehalt über die von der Erdoberfläche reflektierte Mikrowellenstrahlung. Möglich ist das, weil sich die elektromagnetischen Eigenschaften von feuchter und trockener Erde beziehungsweise Süßwasser und Salzwasser unterscheiden.
Kleinsatellit beobachtet die Sonne
Gemeinsam mit dem SMOS-Satelliten brachte die Trägerrakete vom Typ Rockot einen 135 Kilogramm leichten Kleinsatelliten in den Weltraum. Er soll neue Technologien demonstrieren. Darunter sind Miniatursensoren für künftige ESA-Raumsonden, eine hochmoderne Kamera mit einem Betrachtungswinkel von rund 120 Grad und ein Forschungsinstrument zur Beobachtung der Sonne. "Auf diesen erfolgreichen Doppelstart, dank dem Europa über neue Werkzeuge für ein besseres Verständnis unseres Planeten und des Klimawandels verfügt, sind wir besonders stolz", ließ ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain mitteilen.
Erste Daten werden im Frühjahr 2010 veröffentlicht
Läuft alles wie geplant, wird SMOS künftig 14 Mal am Tag die Erde umrunden. Aufgrund der Erdrotation deckt er so nach und nach die gesamte Erdoberfläche ab. Nach der Einstellung des Messgeräts sollen im Frühjahr kommenden Jahres die ersten Daten veröffentlicht werden. Ein Ende der Mission ist frühestens in drei Jahren geplant.













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