So, 16. Dezember 2018

Drei Esten vor Gericht

09.04.2018 19:31

Schüsse bei Juwelierüberfall in Tirol: Haftstrafen

Die Innsbrucker Innenstadt war in Aufruhr, als am 24. Oktober des Vorjahres vier bewaffnete Räuber einen bekannten Juwelier überfielen. Drei frühere Bauarbeiter aus Estland standen am Montag vor dem Landesgericht und erzählten von einem mysteriösen Auftraggeber, von dem man massiv unter Druck gesetzt worden war.

Bewaffnet mit zwei Äxten und einem Schreckschussrevolver taucht das Quartett gegen 10 Uhr im Juweliergeschäft auf. „Lay down“ („Leg dich nieder“), befiehlt der Zweitangeklagte (27) einer Verkäuferin. Seine Komplizen, wahre Muskelpakete, zertrümmern Vitrinen. Das bekommt an einem Bildschirm im Hinterzimmer ein Sicherheitsmann mit, der seine Pistole zieht. Und abdrückt, als der Zweitangeklagte den Raum stürmt. Der Räuber erleidet einen Streifschuss an der Brust, alle vier Beteiligten flüchten Hals über Kopf, drei werden bei der Fahndung mit erbeuteten Uhren gefasst. Ein vierter mutmaßlich Involvierter wird später in Estland verhaftet.

Schmunzeln im Saal - und auf Anklagebank
Der Erstangeklagte erzählte beim Prozess, er habe die Überfallinstruktionen auf einem Tiroler Campingplatz von einem Auftraggeber erhalten - „auf einem Zettel, den ich dann verbrennen musste“. Er habe nur seine Aufgabe, eine Glasscheibe zu zertrümmern, gekannt. Details eines Überfallplans habe er nicht gewusst. Schmunzeln im Saal - auch auf der Anklagebank!

Auch der Zweitangeklagte (27) brachte einen „Organisator“ ins Spiel, von dem er unter Drohungen gegen seine Familie aufgefordert worden sei, „ein Verbrechen zu verüben“. Diese Versionen zogen aber offenbar nicht. Es setzte - nicht rechtskräftig - vier, sechs und sieben Jahre Haft.

Andreas Moser, Kronen Zeitung

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