Die Bedingungen für einen ausgewogenen Prozess seien seiner Ansicht nach nicht vorhanden, deshalb werde er mit dem Justizministerium in Wien und der österreichischen Botschaft in Rom Kontakt aufnehmen, sagte Gandler, der als einziger der österreichischen Angeklagten nach Susa gereist war. Zuvor hatte Richterin Alessandra Danieli es abgelehnt, prozessrelevante Dokumente ins Italienische übersetzen zu lassen.
"Wir können uns so nicht verteidigen"
"Es ist offenkundig, dass es hier in Susa nicht fair zugeht. Wichtige IOC-Dokumente in französischer Sprache sind nicht übersetzt worden, wir können uns so nicht verteidigen. Es besteht extremes Ungleichgewicht zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung, der ganze Prozess droht eine Farce zu werden", sagte Gandler. Nach seiner Erklärung reiste Gandler vor Ende der Gerichtsverhandlung wieder nach Österreich zurück.
"Ich werde nicht mehr ohne einen Vertreter der österreichischen Botschaft in Italien an diesem Prozess teilnehmen. Ich will Kontakt mit dem österreichischen Botschafter in Rom aufnehmen, weil für mich das Gleichheitsprinzip vor der italienischen Justiz nicht gilt. Ich bin noch nie von der Justiz so schwer enttäuscht worden. Sie wollen uns alle zusammen verurteilen, vielleicht noch vor den Winterspielen in Vancouver im nächsten Februar", meinte Gandler.
Polizisten und IOC-Direktor befragt
In Susa wurden am Freitag einige Zeugen der Turiner Staatsanwaltschaft vernommen. Befragt wurden zwei Polizisten, die im Februar 2006 während der Olympischen Winterspiele in Turin in einer im österreichischen Sport beispiellosen Aktion die Quartiere der ÖSV-Langläufer und -Biathleten in Pragelato und San Sicario durchsucht hatten. Vernommen wurde auch Patrick Schamasch, der Direktor der Medizinischen Kommission des IOC.









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