"Soko Schwammerl"

250 Anzeigen, 1,3 Tonnen Pilze beschlagnahmt

Österreich
30.09.2009 08:47
Zeigt her eure Körbe, Taschen oder auch Kofferräume - so hat es in diesem Sommer für zahlreiche Pilzliebhaber in Kärnten geheißen. Die "Soko Schwammerl" hat übereifrige Sammler, die es mit den erlaubten zwei Kilogramm nicht so genau nehmen wollten, kontrolliert - und insgesamt fast 1,3 Tonnen Pilze beschlagnahmt.

Die Kärntner Wälder sind voll mit Delikatessen wie Eierschwammerln, Herren- und Steinpilzen - während der gesamten Saison war ein regelrechter Ansturm zu verzeichnen. Zumeist waren es Italiener, die mit weit mehr als der zulässigen Menge der dort so begehrten Ware in Richtung Grenze unterwegs waren - zu einer Geldstrafe kommt noch die vergebene Liebesmüh', denn die Pilze werden konfisziert. Das hat einen guten Grund, denn in Italien müssen Pilzliebhaber einen Kurs absolvieren und eine Lizenz kaufen, wenn sie Schwammerl suchen gehen wollen. Zudem kosten Steinpilze bei den südlichen Nachbarn bis zu 100 Euro pro Kilo.

Strafen zwischen 100 und 300 Euro
Laut Pilzschutzverordnung dürfen in Kärntner Wäldern nicht mehr als zwei Kilo Schwammerl pro Person und Tag gesammelt werden. Bei einem Verstoß werden Strafen zwischen 100 und 300 Euro eingehoben - trotzdem erwischen Bergwacht und Polizei regelmäßig Personen mit einem Vielfachen der erlaubten Menge. "1.292 Kilogramm Schwammerl wurden bis vergangenen Samstag beschlagnahmt, aber da kommt sicher noch einiges dazu", sagte Johannes Leitner, Landesleiter der Bergwacht.

Kontrollen über das Saisonende hinaus
Nun ist die Pilzsaison vorbei - sie dauert von 15. Juni bis 30. September. Bei insgesamt 13 Einsätzen der "Soko Schwammerl" - einer Sondereinheit der Bergwacht - wurden 250 Geldstrafen eingehoben, "Anzeigen der Einsatzstellen und Abmahnungen nicht eingeschlossen", so der Bergwächter. Und ein Ende ist nicht abzusehen: "Wir werden heuer aufgrund der guten Saison über die erlaubte Zeit hinaus kontrollieren, weil wir davon ausgehen, dass sich die Leute nicht an das Sammelverbot halten."

Ob eine Geldstrafe verhängt wird, ist abhängig vom Ausmaß der Überschreitung. Leitner: " Ein oder eineinhalb Kilo drüber sind die Toleranzgrenze, da wird noch abgemahnt." Mehr als fünf Kilogramm werden beschlagnahmt. Bei Inländern kommt es sofort zu einer Anzeige, bei Ausländern wird die Polizei hinzugezogen, eine Sicherheitsleistung eingehoben und danach eine Anzeige von der Bezirkshauptmannschaft nachgeschickt.

Die "Soko Schwammerl" agiert auf mehreren Ebenen, erklärte Naturschutzreferent Uwe Scheuch (BZÖ): "Neben einem Streifendienst wird auch oft auf Zuruf von Grundeigentümern kontrolliert. Außerdem gibt es Schwerpunktkontrollen an der Grenze, in Kooperation mit den italienischen Behörden." Die beschlagnahmten Pilze werden in Einzelfällen vernichtet, meist aber kommen sie sozialen Einrichtungen wie Altersheimen oder Waisenhäusern zugute.

Erhöhung der Strafen "durchaus denkbar"
Eine Erhöhung der Strafe ist für den Naturschutzreferenten "durchaus denkbar". Man könne sich die Strafsituation anschauen, er setze aber vorwiegend auf Information. "Die Geldstrafe ist auch als Prophylaxe sinnvoll, es ist daher denkbar, dass die Organstrafen dort, wo es nötig ist, erhöht werden", meinte Scheuch.

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