Massenausbruch

Wächter streiken, 54 Häftlingen gelingt die Flucht

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28.09.2009 14:58
Weil ihre Gefängnisaufseher nicht zur Arbeit kamen und die Polizei mit der Beaufsichtigung eines Rugby-Spiels beschäftigt war, ist im Inselstaat Papua-Neuguinea 54 Insassen einer Haftanstalt die Flucht gelungen.

Die Gefangenen schnitten am Sonntag ein Loch in Zäune der Bomana-Haftanstalt in der Hauptstadt Port Moresby und spazierten unbehelligt davon, wie ein Gefängnissprecher am Montag sagte. Der Ausbruch sei erst mehrere Stunden später bemerkt worden, weil zahlreiche Gefängniswärter im Streit um Gehaltszahlungen nicht zum Dienst erschienen waren.

Die örtliche Polizei konnte ebenfalls erst mit Verspätung eingreifen, weil sie bei einem wichtigen internationalen Rugby-Spiel für Sicherheit sorgen musste. Bis Montag waren erst vier der 54 flüchtigen Häftlinge wieder gefasst. 

Drahtscheren von Wächtern in den Knast geschmuggelt
Unter den Ausbrechern seien auch gefährliche Mörder und Vergewaltiger, warnte der stellvertretende Polizeipräsident der Hauptstadt, Henry Wavik, die Bevölkerung. Er räumte auch ein, dass jene Drahtscheren, mit denen die Zäune durchschnitten wurden, durch korrupte Gefängniswärter in die Haftanstalt geschmuggelt und dort an die Insassen weitergegeben worden sein dürften.

Papua-Neuguinea ist nach Indonesien und Madagaskar der drittgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik, wird zum australischen Kontinent gerechnet und umfasst den Osten der Insel Neuguinea sowie mehrere vorgelagerte Inseln und Inselgruppen.

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