Di, 17. Juli 2018

Schwachstelle entdeckt

07.02.2018 16:03

Tausende Tankstellen durch Hacker „anzapfbar“

Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab haben im Rahmen einer Untersuchung eine Reihe unbekannter Schwachstellen in einer Steuereinheit gefunden, die von Tankstellen weltweit eingesetzt wird. Über die Schwachstellen wären Hacker in der Lage, via Fernzugriff die Kontrolle über betroffene Systeme zu erlangen.

Ido Naor, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab, fand eine solche Kontrolleinheit zusammen mit einem weiteren Forscher im Rahmen einer anderen, davon unabhängigen Untersuchung. In vielen Fällen wurde die Steuereinheit bereits vor mehr als einem Jahrzehnt in die Tankstellen integriert und ist seitdem mit dem Internet verbunden.

Die unter Linux laufende Steuereinheit arbeitet mit hohen Zugriffsrechten und weist laut einer Mitteilung des Unternehmens eine Reihe von Schwachstellen auf, die sowohl das Gerät als auch verbundene Systeme angreifbar machen. Die Forscher waren beispielsweise in der Lage, Einstellungen innerhalb des Tankstellensystems einzusehen und zu konfigurieren.

Angreifer, die den Anmeldebildschirm umgehen und Zugang zu den Hauptschnittstellen erhalten, wären unter anderem imstande, die Tanksysteme auszuschalten, die Treibstoffpreise zu ändern, Treibstofflecks zu verursachen, Zahlungsterminals zu umgehen, um Geld zu stehlen, Fahrzeugkennzeichen und Fahreridentitäten zu sammeln oder sich frei im Netzwerk der Tankstelle zu bewegen.

"Wenn es um vernetzte Geräte geht, konzentriert man sich gerne auf neue Dinge und vernachlässigt Produkte, die vor vielen Jahren installiert wurden und die das eigene Unternehmen für Cyberangriffe anfällig machen könnten", so Naor. "Den potenziellen Schaden, der durch die Sabotage einer Tankstelle angerichtet werden könnte, möchte man sich gar nicht vorstellen. Daher haben wir unsere Funde dem Hersteller bereits mitgeteilt", so der Experte. Weitere Untersuchungen liefen.

Kaspersky Lab appelliert daher an die Hersteller vernetzter IoT-Geräte, bereits bei der Produktentwicklung Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen und Altgeräte auf mögliche Sicherheitslücken zu überprüfen. Nutzer vernetzter Geräte sollten regelmäßig die Sicherheit der Geräte überprüfen und sich nicht auf die Werkseinstellungen verlassen, empfiehlt das Unternehmen.

 krone.at
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