Do, 16. August 2018

Bilanz 2017: Teil 2

28.01.2018 13:52

Acht von zehn Illegalen sind junge Männer

7406 an der Zahl – so viele illegale Flüchtlinge wurden im Vorjahr in Tirol aufgegriffen. Bei fast 84 Prozent handelte es sich um junge Männer. Hinsichtlich Herkunftsländer war Nigeria erneut die „Top-Nation“ – Afghanistan ist hingegen nicht mehr auf dem Stockerl vertreten. Weiterhin im Trend liegt der Familiennachzug.

Trotz zunächst anderslautender Prognosen gab es im Vorjahr in Tirol erstmals seit 2012 wieder einen Rückgang bei den Flüchtlings-Aufgriffen. Wie berichtet, landeten 7406 Illegale in den Fängen der Polizei – das sind um 37 Prozent weniger als im Rekordjahr 2016 (damals gab es fast 12.000 Fälle). Ein Ergebnis, das laut Experten vor allem auf die verstärkten Kontrollen und auf internationale Maßnahmen in Übersee (etwa Bemühungen, Boote in Libyen am Auslaufen zu hindern) zurückzuführen ist.

Blättert man in der aktuellen Flüchtlings-Statistik für Tirol, offenbaren sich weitere interessante Details:

  • Bei 83,5 Prozent bzw. 6008 der im Vorjahr in Tirol aufgegriffenen Illegalen handelte es sich um Männer. Nur 1032 waren weiblich. Außerdem zählte die Polizei 366 Kinder unter 14 Jahre.
  • Die Liste der Länder, aus denen die ertappten Flüchtlinge stammen, umfasst über 40 Staaten. „Top-Nation“ war – wie auch schon 2016 – Nigeria (1446 Migranten). Platz zwei ging an die Marokkaner (735). Neu auf dem Stockerl ist Pakistan (716). Afghanistan – vor zwei Jahren noch Dritter – rutschte hingegen auf den sechsten Rang zurück.
  • 71 Prozent der im Vorjahr erwischten Illegalen reisten von Italien nach Tirol ein. Der Großteil kam über den Brenner, jeweils an die 300 Flüchtlinge griff die Polizei an den Grenzübergängen in Sillian und Nauders auf.
  • Dass Tirol beim Flüchtlings-Thema weiterhin nur ein „Durchzugsland“ ist, zeigt die Zahl der Asylanträge. Insgesamt wurden 1236 derartige Schutzansuchen gestellt – um 34 Prozent weniger als noch 2016.
  • Nach oben zeigt hingegen die Kurve in Sachen Familiennachzug. Der Trend setzte sich auch 2017 fort, heißt es dazu von Seiten der Polizei. Die Top-Drei-Nationen bei den Botschaftsanträgen: Syrien (532), Irak (59), Somalia (33).
  • 2016 wurden 148 Illegale auf Güterzügen erwischt. Im Vorjahr waren es schon 290! Und der Trend reißt nicht ab: Bis dato wurden heuer schon 42 Migranten von Waggons heruntergeholt.
  • Andere wiederum versuchen ihr Glück mit Fernreisebussen. Im abgelaufenen Jahr wurden insgesamt 651 Illegale in solchen Verkehrsmitteln erwischt, 2016 waren es 397.

 

Hubert Rauth
Hubert Rauth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen
Seien Sie live dabei!
Ganz Linz feiert mit der „Krone“
Oberösterreich
Nach Hinspiel-Pleite
4:0! Rapid wendet Aus in der Euro-League-Quali ab
Fußball International
Europa-League-Quali
Irre Wende! Neun-Tore-Wahnsinn in St. Petersburg
Fußball International
Unglückliches Aus
Last-Minute-Schock! LASK verpasst Sensation
Fußball International
Locker weiter
Sabitzer trifft bei Leipzig-Remis in EL-Quali
Fußball International
Fußmarsch zum Stadion
Bratislava-Fans stoppen U-Bahn vor Rapid-Match
Fußball International
Eklat in Linz
Besiktas-Fans randalieren! Polizei stürmt Tribüne
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.