„Die kochen auch nur mit Wasser. Wir dürfen nur ja keine Scheu zeigen, uns ja nicht verstecken“, hatte St. Veits Innenverteidiger Michi Rebernig vorm Match noch versucht, sich selbst und seinen Kollegen die Marschrichtung vorzugeben. Genauso ging man dann zu Werke. Und hatte – völlig sensationell – nach exakt 3:12 Minuten die Ärmel auch tatsächlich schon oben:
Weitgezogener Freistoß von Patrick Höbling, im Rapid-Strafraum weiß Andi Dober kurz nicht, zu welchem St. Veiter er sich orientieren soll – und so köpfelt der 21-jährige Hans Christian Rabl wunderschön ins lange Eck. Keine Chance für Ersatzgoalie Raimund Hedl.
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Falls der Traum von der Topsensation in diesem Moment auflebte (Rabl: „Kurz haben wir tatsächlich daran gedacht!“) – nach sechs Minuten war der Alltag schon wieder eingekehrt. Boskovic glich – nach Doppelpass mit Drazan – aus, weitere sechs Minuten später hatte Konrad – nach Dobers Hammer an die Querlatte – die Weichen auf Sieg gestellt.
Aber bis zur Pause hielt St. Veit noch sehr tapfer mit, schuf speziell über die starke rechte Seite (und dem sehr auffälligen Michi Novak) einige derart brenzlige Situationen, dass Rapid-Trainer Peter Pacult nach 33. Minuten den überforderten Christian Thonhofer vom Feld holte. Auch ein Achtungserfolg für Novak und Co.
Teamgoalie Payer und der blessierte Jelavic gar nicht mit - Kulovits, Katzer anfangs auf der Bank, Hofmann und Heikkinen dort (neben Ex-Kärnten-Goalie Lukas Königshofer) gar bis zum Ende – aber auch der Rest der grün-weißen Edelknaben ließ es dann nach der Pause kräftig krachen. „Wir waren über die Seiten zu anfällig, konnten ihre Flanken nicht unterbinden“, seufzte Rebernig.
Dennoch: 2.500 Fans hatten ein mit acht Toren gespicktes Volksfest erlebt, dazu gab’s vom ÖFB-Sicherheitsbeauftragten Dr. Jedelsky höchstes Lob für den aus Klagenfurt ausgeliehenen Sicherheitschef Gehard Stary und das St. Veiter OK-Team. Man ließ die ohnehin streichelweichen Rapid-Fans bis knapp hinters Süd-Tor, hatte so keinerlei Probleme.
von Conny Lenz, "Kärntner Krone"
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