"Hosen-Prozess"
Sudan: Journalistin wieder in Freiheit
Ausland
08.09.2009 16:20
Die im Sudan wegen des Tragens einer Hose verurteilte Journalistin Lubna Ahmed al-Hussein ist aus der Haft entlassen worden. Hussein habe das Gefängnis am Dienstag verlassen, sagte der Vorsitzende des sudanesischen Journalistenverbands, Moheddin Titawi. Zuvor habe der Verband die gegen die Journalistin verhängte Geldstrafe von 500 sudanesischen Pfund (rund 140 Euro) bezahlt.
Hussein war Anfang Juli mit zwölf weiteren Frauen in Hosen festgenommen worden. Der Journalistin hatten nach islamischem Recht 40 Peitschenhiebe gedroht, weil ihr wegen ihrer Kleidung unschickliches Verhalten vorgeworfen wurde. Während zehn Frauen, darunter auch Christinnen, direkt von der Polizei ausgepeitscht wurden, focht die Journalistin die Vorwürfe an und machte den Fall damit öffentlich.
Ein Gericht in Khartum sah am Montag von der Verhängung der Prügelstrafe ab, verurteilte sie aber zu der Geldstrafe. Da Hussein nicht zahlen wollte, wurde sie zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Durch die Zahlung der 500 Pfund durch den Journalistenverband kam die Frau bereits nach einem Tag frei.
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