Nach Fenstersturz

Mordverdächtiger leugnet Tatbteiligung

Oberösterreich
07.09.2009 09:33
Seit einer Woche leugnet der mordverdächtige Linzer Helmut S. (42), seine Lebensgefährtin (36) zum zweiten Mal aus dem Fenster gestoßen zu haben: Die Frau hat den ersten Sturz überlebt und den Freund entlastet, doch nach ihrem Tod belastet ein Augenzeuge den vorbestraften Gewalttäter.

Aussage gegen Aussage – das wird ein Indizienprozess. Es gilt die Unschuldsvermutung, belastend aber ist, dass das arbeitslose Paar ständig Streit mit Handgreiflichkeiten hatte. Helmut S. bekam nach Körperverletzungen nicht nur Betretungsverbote und Strafverfahren, sondern wurde auch psychiatrisch behandelt. Renate B. blieb ihm aber hörig, versöhnte sich immer wieder mit dem Gewalttäter. Auch, nachdem sie im Februar ’08 aus einem Fenster auf die Waldeggstraße gestürzt oder gesprungen war. Oder gestoßen worden war. „Sie hat sich alles gefallen lassen und ihm alles verziehen“, beurteilte die Linzer Psychiatrie-Primaria Dr. Adelheid Kastner die geistig recht einfache Frau: „Sie hat alles getan, was er wollte.“

Tödlicher Streit in der Nacht
Das Paar übersiedelte in die Planckstraße, wo am 28. August um 23.35 Uhr ein Streit tödlich endete: Renate Brandstetter war verkehrt am Mansardenfenster gesessen, ehe sie über die Dachschräge rutschte – und sich an der Dachrinne festklammern wollte. Dann stürzte sie acht Meter tief ab. Da sah ein Zeuge im Fenster noch Hände – nicht aber den Verdächtigen selbst, der behauptet, gar nicht im Zimmer gewesen zu sein, weil es von innen versperrt gewesen sei. Helmut S. wurde in die Nervenklinik eingeliefert und wegen Mordverdachts angezeigt: Außer einer Zeugenaussage belasten ihn auch Spuren und Indizien.

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