"Bacherlwarm"

Klimawandel bringt Fischwelt durcheinander

Oberösterreich
03.09.2009 17:07
Temperaturen wie im Jahrhundertsommer 2003 werden laut einer neuen Studie in 70 Jahren in Oberösterreich der Durchschnitt sein. Doch nicht nur draußen wird es wärmer, auch die Gewässer ziehen da natürlich mit. Besonders für kälteliebende Fischarten ob der Enns besteht deshalb Gefahr.

Die Trendanalyse von 76 Messstellen ergab, dass zwischen 1984 und 2004 mehr als die Hälfte der Gewässer um bis zu 0,12 Grad Celsius pro Jahr wärmer geworden sind. Die Wissenschafter stufen das als "außerordentlich starken" Temperaturanstieg ein. Bis 2020 wird mit einem weiteren Plus von 0,8 Grad in den Alpenregionen bzw. 1,3 Grad im Mühlviertel gerechnet. Zum Vergleich: In der Schweiz, wo die Erwärmung innerhalb der vergangenen 25 Jahre zwischen 0,4 und 1,6 Grad lag, hat sich die Bachforelle um 100 bis 200 Meter Seehöhe weiter nach oben zurückgezogen, hieß es in der Pressekonferenz in Altmünster am Donnerstag.

Fische wandern in höhere Lagen 
Experten erwarten, dass kälteliebende Fischarten in Fließgewässern versuchen werden, in höhere Lagen zu "flüchten“. Dort könnten aber die Lebensbedingungen nicht mehr optimal sein, auch die Laichzeiten könnten sich verändern. Ausfälle drohen vor allem bei den Äschen: Sie erkranken bei höheren Temperaturen an Furunkulose und sterben. 

Auf der anderen Seite können sich wärmeliebende Fische wie Barbe, Nase, Brachse oder Karpfen weiter ausbreiten. Ihnen werden die neuen Lebensräume flussaufwärts allerdings leicht zu eng oder die Fließgeschwindigkeit zu hoch. Kurzfristige Maßnahmen können laut Studie die Beschattung der Gewässer, die Erhaltung von Grundwasserreservoiren und die Errichtung von Fischwanderhilfen sein. 

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