23.12.2017 09:00 |

Zensur umgangen

Fünfeinhalb Jahre Haft für VPN-Anbieter in China

Weil mit Hilfe seines VPN-Dienstes Internetnutzer in China die Zensur umgehen konnten, ist ein Chinese zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Wu Xiangyang aus der südchinesischen Region Guangxi muss zudem eine hohe Geldstrafe von umgerechnet 64.000 Euro bezahlen, wie das Gericht in Pingnan nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft vom Freitag verfügte.

Xiangyang hatte von 2013 bis Juni 2017 ein sogenanntes Virtual Private Network (VPN) betrieben, mit dem chinesische Nutzer soziale Medien wie Facebook, Twitter, Instagram, YouTube und andere in China gesperrte Websites besuchen können. Den Zugang und die Software verkaufte Wu Xiangyang über seine Website, soziale Medien sowie das Einkaufsportal Taobao. Nach eigenen Angaben hatte er Tausende Kunden.

Nach Schätzungen nutzen Millionen Chinesen regelmäßig solche Tunneldienste, um Internetsperren zu umgehen. In China sind schon einfache Google-Suchen unmöglich, Websites etwa der "New York Times", des "Wall Street Journal" und andere chinakritische Portale werden geblockt. Die Zensur geht zunehmend schärfer gegen die Nutzung solcher verschlüsselten VPNs vor und stört deren Server massiv. Ab Februar sollen ausländische Dienste gar nicht mehr benutzt werden können.

Auch ausländische Firmen in China sind davon betroffen, weil sie häufig geschützte VPN-Verbindungen zu ihren Mutterhäusern in der Heimat nutzen. Sie sollen künftig nur noch lizenzierte Leitungen staatlicher chinesischer Anbieter einsetzen können. Doch gibt es Sorge, dass ohne Nutzung eigener VPN-Verschlüsselungen Geschäftsgeheimnisse nicht mehr bewahrt werden können.

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