Fr, 26. April 2019
23.12.2017 09:00

Zensur umgangen

Fünfeinhalb Jahre Haft für VPN-Anbieter in China

Weil mit Hilfe seines VPN-Dienstes Internetnutzer in China die Zensur umgehen konnten, ist ein Chinese zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Wu Xiangyang aus der südchinesischen Region Guangxi muss zudem eine hohe Geldstrafe von umgerechnet 64.000 Euro bezahlen, wie das Gericht in Pingnan nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft vom Freitag verfügte.

Xiangyang hatte von 2013 bis Juni 2017 ein sogenanntes Virtual Private Network (VPN) betrieben, mit dem chinesische Nutzer soziale Medien wie Facebook, Twitter, Instagram, YouTube und andere in China gesperrte Websites besuchen können. Den Zugang und die Software verkaufte Wu Xiangyang über seine Website, soziale Medien sowie das Einkaufsportal Taobao. Nach eigenen Angaben hatte er Tausende Kunden.

Nach Schätzungen nutzen Millionen Chinesen regelmäßig solche Tunneldienste, um Internetsperren zu umgehen. In China sind schon einfache Google-Suchen unmöglich, Websites etwa der "New York Times", des "Wall Street Journal" und andere chinakritische Portale werden geblockt. Die Zensur geht zunehmend schärfer gegen die Nutzung solcher verschlüsselten VPNs vor und stört deren Server massiv. Ab Februar sollen ausländische Dienste gar nicht mehr benutzt werden können.

Auch ausländische Firmen in China sind davon betroffen, weil sie häufig geschützte VPN-Verbindungen zu ihren Mutterhäusern in der Heimat nutzen. Sie sollen künftig nur noch lizenzierte Leitungen staatlicher chinesischer Anbieter einsetzen können. Doch gibt es Sorge, dass ohne Nutzung eigener VPN-Verschlüsselungen Geschäftsgeheimnisse nicht mehr bewahrt werden können.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Fragwürdige Geldflüsse
Rechnungshof-Rüge für „Wienwoche“ der Grünen
Österreich
Das Sportstudio
Austria-Gerücht, Suljovic-Comeback & „Eis-Cordoba“
Video Show Sport-Studio
„Family first“
Bohlen sagt Veröffentlichung des neuen Albums ab
Video Stars & Society
Hit am Samstag
Dortmund - Schalke: Die größten Derby-Schlachten
Fußball International
War nicht angeschnallt
Pkw gegen Bim geprallt: Baby schwer verletzt
Steiermark
Gleichstellung mit Rad
Nationalrat beschloss neue Regeln für E-Scooter
Elektronik
Salzburgs Stärke
Super-Finish: Hyänen sind auf Bullen neidisch
Fußball National

Newsletter