Opfer stranguliert

Verdächtiger nach Mord an Juwelierin verhaftet

Österreich
31.08.2009 14:02
Vier Jahre nach einem brutalen Raubmord an einer 85-jährigen Juwelierin in Ottakring ist ein 28-jähriger Serbe in Moskau als Verdächtiger verhaftet und nach Österreich ausgeliefert worden. Vladimir P. soll am 13. September 2005 gemeinsam mit Komplizen Elisabeth Sch. in ihrer Wohnung überfallen, gefoltert und stranguliert haben.

Die Wiener Polizei forschte den 28-Jährigen als mutmaßlichen Täter aus, Interpol in Russland nahm Vladimir P. daraufhin in Moskau fest. Am Freitag überstellten zwei Beamte der österreichischen Zielfahndung den Verdächtigen nach Österreich. 

Laut Oberst Helmut Greiner vom Bundeskriminalamt befindet sich der Mordverdächtige derzeit im Wiener Landesgericht in U-Haft. Bisher zeige er sich sehr verschwiegen und zu keinen Aussagen bereit, in den kommenden Tagen sollen die ersten Einvernahmen durch Staatsanwaltschaft, den Untersuchungsrichter und Polizei erfolgen.

85-Jährige kaltblütig ermordet
"Das waren sehr kaltblütige Menschen", so Greiner über den mutmaßlichen Mörder und seine Komplizen. Die 85-Jährige erstickte nach Folterungen an ihrem Knebel. Diesen drehten die Täter immer weiter zu, da sich die Juwelierin zunächst offenbar weigerte, den Schlüssel zum Tresor auszuhändigen. Einen Tag nach dem Mord entdeckte die Polizei die Leiche der 85-Jährigen in ihrer Wohnung in unmittelbarer Nähe zu dem Juweliergeschäft am Schuhmeierplatz 15. Um den Hals hatte sie ein Tuch und Klebebänder gewickelt, an den Händen fanden die Ermittler Fesselungsspuren. Eine Angestellte hatte zuvor am 13. September 2005 gegen 9 Uhr den Raub im Geschäft entdeckt und die Exekutive alarmiert. Es fehlten fünf Tableaus mit Schmuck.

Seit 2008 auf der Spur des 28-Jährigen
"Wir vermuten, vom Ablauf und vom Tatverhalten her, mehrere Komplizen", erklärte der zuständige Zielfahnder, Oberstleutnant Helmut Reinmüller. Die Ermittler gehen von insgesamt zwei bis drei Tätern aus, neben Vladimir P. sind allerdings keine Verdächtigen namentlich bekannt. Auf die Spur des Serben als Mordverdächtigen kam die Polizei durch DNA-Spuren am Tatort, seit Dezember 2008 wurde nach dem Mann mittels internationaler Fahndung gesucht. Gefunden wurde Vladimir P. schließlich in Moskau. Dort hielt sich der Verdächtige seit 2006 immer wieder auf, vor allem da seine krebskranke Mutter dort medizinisch behandelt wurde.

In Zusammenarbeit mit Interpol Russland nahmen zwei österreichische Beamte den 28-Jährigen am 29. Jänner beim Abendessen in einem Fischlokal fest. "Er war natürlich extrem überrascht", so Reinmüller über die widerstandslose Verhaftung.

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