Leitzins bleibt gleich
US-Notenbank sieht Stabilisierung der Wirtschaft
Ihrer Ansicht nach stabilisiert sich die Wirtschaft nach gut 20 Monaten in der Rezession. Auch die Bedingungen auf den Finanzmärkten hätten sich weiter verbessert. Für übertriebene Zuversicht bestehe jedoch nach wie vor kein Anlass, da die Konjunktur weiter schwach, die private Nachfrage nach wie vor gedämpft und der Arbeitsmarkt stark von der Krise betroffen sei. Ihren Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke (siehe Bild) daher wie von Experten erwartet bei 0,0 bis 0,25 Prozent. Die Fed hatte den Zielsatz für Tagesgeld auf dem Höhepunkt der Krise so aggressiv und tief gesenkt wie noch nie.
Zinserhöhung im Jänner 2010?
An den Finanzmärkten wird mittlerweile auf eine erste Zinserhöhung der Fed im ersten Quartal 2010 spekuliert. Grund dafür ist unter anderem, dass in den USA zuletzt weniger Menschen ihren Job verloren haben als befürchtet - allerdings waren es nach Berechnungen des Arbeitsministeriums im Juli immer noch knapp 500.000. Am Futuremarkt wird seitdem die Wahrscheinlichkeit einer ersten Zinserhöhung im Jänner auf mehr als 40 Prozent taxiert. Experten halten dies aber für übertrieben, da die Fed noch nie den Leitzins angehoben hat, solange unterm Strich noch Arbeitsplätze verloren gingen. Die Regierung rechnet mit einem weiteren Stellenabbau in den kommenden Monaten.
Fed lässt Anleihen-Ankaufprogramm auslaufen
Ein weiteres Zeichen der Entspannung der Situation ist, dass die Fed ab Herbst außerdem eine ihrer wirkungsvollsten Waffen im Kampf gegen die Rezession aus der Hand legen wird. Wie die Fed mitteilte, wird ihr seit dem Frühjahr laufendes Ankaufprogramm für langfristige Staatsanleihen zwar bis Ende Oktober verlängert, die Höchstsumme von 300 Milliarden Dollar werde aber nicht geändert. Das Programm werde vielmehr langsamer als bisher geplant zurückgefahren, den Finanzmärkten solle ein sanfter Übergang ermöglicht werden, bevor das Programm ende.
Die Fed hatte im Frühjahr entschieden, Staatspapiere und andere Anleihen zu kaufen, etwa hypothekenbesicherte Papiere. Die Zentralbank pumpt auf diese Weise Geld in das Bankensystem und die Wirtschaft, um die schwerste Rezession seit Jahrzehnten abzufedern und die Verkrampfungen im Finanzsystem zu lösen. Mittlerweile mehren sich indes die Zeichen, dass der starke Wirtschaftsabschwung weitgehend gestoppt ist.
Fed-Aktion bewirkt gemischte Gefühle
Die Verlängerung der Ankäufe wurde am Finanzmarkt mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Die Kurse langlaufender US-Staatsanleihen gaben nach, während der Dollar Verluste zum Euro wett machen konnte. Analysten betonten, man dürfe den Schritt der Fed nicht mit einer Ausweitung der unorthodoxen geldpolitischen Maßnahmen verwechseln. Die Notenbank setze zwar auf eine Erholung, sei sich aber noch nicht zu 100 Prozent sicher, dass die Wirtschaft bald auf einem sicheren Fundament stehen werde.
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