GM pokert weiter
Weiter keine Entscheidung im Rennen um Opel
In der Opel-Treuhandgesellschaft löst das Patt zwischen GM und Magna Besorgnis aus. "Wenn Deutschland und GM sich nicht auf Magna einigen können, dann müssen wir nach Alternativen suchen", sagte ein Mitglied des Treuhandbeirats der "FAZ". Denkbar sei dann auch ein Verkauf an RHJ, obwohl Bund und Länder dies bisher ablehnen. Die für die Sanierung von Opel benötigten Staatskredite müssten dann aus Amerika und anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten kommen - statt wie geplant aus Deutschland.
Heute Verhandlungen GM-Magna
Die beiden Vorstandsvorsitzenden von GM und Magna wollen heute über die offenen Punkte verhandeln. Ob es zu einem Durchbruch und dem Zuschlag für Magna komme, sei aber offen. Grund dafür sei vor allem eine neue Forderung von GM: Die Amerikaner, die mit 35 Prozent an Opel beteiligt bleiben, wollten eine Garantie, dass ihr Anteil nicht unter 20 Prozent sinkt. Dies solle auch dann gelten, wenn Opel zur Finanzierung neue Aktien ausgibt und GM keine dieser Aktien erwirbt. Die Zeitung berief sich dabei auf Kreise der vier Bundesländer mit Opel-Standorten und Magnas. "Das Treffen ist grundsätzlich ein gutes Zeichen für Magna", sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person, ob es zu einem Durchbruch zugunsten von Magna komme, sei aber offen.
GM strebt keine rasche Lösung an
Trotz des starken politischen Drucks aus Deutschland zugunsten des Bieters Magna hat sich die bisherige Konzernmutter General Motors (GM) noch nicht entschieden und strebt auch keine rasche Lösung an. GM-Verhandlungsführer John Smith widersprach Presseberichten, wonach Magna bereits ausgewählt wurde. "Dies ist nicht der Fall", schrieb Smith am Donnerstag in einem Internet-Blog. Die Gespräche sowohl mit dem kanadisch-österreichischen Autozulieferer als auch mit dem Finanzinvestor RHJI dauerten an. Im Laufe des Freitags treffen sich GM-Chef Fritz Henderson und Magna-Chef Siegfried Wolf allerdings einem Zeitungsbericht zufolge zu einem Gespräch.
Schneller Abschluss unwahrscheinlich
Einen schnellen Abschluss der Verhandlungen erwarten die Verhandlungspartner aber offenbar nicht. "Mehr wird in den nächsten Wochen mitgeteilt", sagte Smith. GM dämpfte damit die Euphorie der Landesregierungen mit Opel-Standorten. Sie hatten erklärt, eine Einigung sei noch in dieser Woche möglich. Nach den Worten von Smith habe es in dieser Woche konstruktive Gespräche sowohl mit Magna als auch mit dem zweiten Bieter RHJI gegeben. Smith sprach von Fortschritten, allerdings sei es nicht einfach, angesichts der vielen beteiligten Interessengruppen zu einer Entscheidung zu kommen. GM bevorzugt nach wie vor das Konzept von RHJI, das Smith "das einfachere Konzept" nannte.
"Patentfrage" offenbar weiterhin ungelöst
Mit Magna habe es zu Beginn der Woche etwa 30 offene Fragen gegeben, von denen ein Drittel abgearbeitet sei. Die anderen noch ungeklärten Punkte beim Magna-Konzept seien aber nur schwer zu lösen. Teilweise sei man auch auf Dinge zurückgekommen, die schon als abgehandelt gegolten hätten. Eine der Schlüsselfragen für GM sei die des geistigen Eigentums, schrieb Smith in seinem Blog. "Der Verkauf sollte nicht zu einer Pipeline werden, in der wertvolles geistiges Eigentum mit unbekanntem Ziel verfrachtet wird." Zu den ungelösten Fragen zählte der GM-Verhandlungsführer aber unter anderem auch die Rolle Russlands und die Entwicklungsverantwortung.
Vetorecht für GM möglich?
Magna-Kreise in Österreich bestätigten, Hauptstreitpunkt bei den Verhandlungen seien momentan noch die Patentrechte. GM fürchte, dass durch die Magna-Kooperation mit dem russischen Autobauer Gaz firmeneigenes Know-how an einen Konkurrenten fließen könnte. Dies schien nach den Angaben aus Magna-Kreisen jedoch eigentlich ausgeräumt. Magna habe sich unter anderem bereiterklärt, der früheren Opel-Mutter GM ein Vetorecht zuzugestehen, falls ein Opel-Anteil mit Patentrechten an Dritte weiterverkauft werden sollte.







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