Nach vier Monaten
Deutscher Frachter wieder frei
Ein Sprecher der Piraten hatte in Nairobi zuvor die Übergabe eines Lösegeldes bestätigt. "Wir haben 2,7 Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) vom Eigentümer erhalten", sagte Muse Guled in einem Telefongespräch aus Haradhere. Das Geld war nach Angaben von "Spiegel Online" am Vormittag von einem kleinen Flugzeug über dem Frachter abgeworfen worden.
Das Containerschiff war am 4. April rund 400 Seemeilen vor der Küste zwischen Kenia und den Seychellen entführt worden. Die Freigabe war bereits Ende vergangener Woche erwartet worden. Angeblich versuchten die Piraten dann noch einmal, das Lösegeld in die Höhe zu treiben. Am Montag wurde dann doch die ursprünglich vereinbarte Summe akzeptiert.
"Seelische Belastung für die Seeleute"
Am Wochenende hatte sich Reeder Frank Leonhardt erstmals über die Zustände an Bord der "Hansa Stavanger" geäußert. "Alle Besatzungsmitglieder an Bord sind in physisch guter Verfassung", sagte Leonhardt der "Bild am Sonntag". Er räumte allerdings ein, dass es in psychischer Hinsicht anders sei. "Selbstverständlich ist die seelische Belastung für die Seeleute wie auch für ihre Angehörigen erheblich."
Der Verband deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere sowie die Ehefrau des Kapitäns hatten die Reederei kritisiert. Die Situation an Bord sei sehr ernst, es herrsche Wassermangel, Besatzungsmitglieder seien erkrankt. Dies sei aus Telefongesprächen und E-Mails mit den Angehörigen hervorgegangen, die die Entführten unter Aufsicht der Piraten verfasst haben.
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