Schwitzende Steirer

Hitze und Föhn hatten das Land fest im Griff

Steiermark
23.07.2009 19:46
Die Menschen in der ganzen Steiermark sind am Donnerstag so richtig ins Schwitzen geraten. Laut ZAMG hatte es zum Beispiel in Graz-Thalerhof um 15.20 Uhr 35,6 Grad Celsius. In Bad Aussee wurden um 15.40 Uhr 36,7 Grad gemessen - das blieb am Donnerstag weiß-güner Spitzenwert. Die prognostizierten Rekorde wurden's damit - zumindest in der Steiermark - doch nicht ganz. Dafür hätten Föhn und Afrika-Hoch schon den Leibnitzer Rekordwert von 38,5 Grad im Jahr 2003 brechen müssen.

Wenn das Thermometer steigt, wächst auch die Gefahr für die Gesundheit. Kreislauf-Probleme, Sonnenstich & Co. drohen - am wichtigsten: Schatten und viel trinken! Das werden vor allem bestimmte Berufsgruppen bestätigen, die vom "Kreuz mit der Hitz'" ein Liedchen singen können: 17.000 steirische Bauarbeiter etwa, die in der prallen Sonne ihren Job machen müssen.

Gerade im Hochsommer fallen für die Hackler die meisten Überstunden an, dazu kommen Lärm, Staub und Stress. "Das haut den stärksten Bauarbeiter um", weiß Baugewerkschafter und Nationalrat Josef Muchitsch. Die Folgen: Hautkrebs und Augenkrankheiten infolge der UV-Strahlung.

Schutzkleidung und Cremes
Gemeinsam mit der AAUVA hat die Bau-Gewerkschaft jetzt eine Schutz-Kampagne gestartet, Sonnencremes und Schutzkleidung werden direkt vor Ort angeboten.

Helle Kleidung und Kopfbedeckung
Nicht nur den Bauarbeitern geht's bescheiden, zu leiden haben dieser Tage auch Pizzabäcker, Polizisten, Fahrradkuriere und viele mehr. Experten raten, bei Tätigkeiten im Freien eine Kopfbedeckung zu tragen, leichte und helle Kleidung zu tragen, regelmäßig Ruhepausen einzulegen, belastende Arbeiten auf den Morgen zu legen und ausreichend zu trinken. Sonst kann so ein Hitzetag schnell im Spital enden.

Das sagen die geplagten Steirer
Herbert Fritz (54), Baggerfahrer: "Solche Hitzetage sind schon extrem, wir Baggerfahrer bekommen sie ganz besonders zu spüren. In der Kabine hat's fast 50 Grad, da kommt man ins Schwitzen!"

Nabil Moussalli (51), Taxler: "In Autos ohne Klimaanlage hat's oft über 45 Grad. Da ist's wichtig, viel Mineralwasser zu trinken!"

Hannah Hofer (16) und Andrea Dirago (20), Temmel-Eisverkäuferinnen: "Uns wird's richtig heiß. Aber bei 38 Grad geht das Geschäft gut."

Elsakka Aymam, Pizzabäcker: "Der Ofen strahlt enorme Hitze ab, immerhin heizt er sich auf 350 Grad auf. Da heißt's halt kühlen Kopf zu bewahren!"

Christian Komp (22), Bademeister: "Bei 38 Grad habe ich einen der heißesten Arbeitsplätze des Landes. Ein Sprung ins Wasser sorgt da für die nötige Abkühlung!"

Hans-Peter Theissl (46), Grazer Parkraumservice: "In der prallen Sonne hat's leicht 40 Grad, wenn ich auf Tour bin. Da tropft einem der Schweiß von der Stirn."

von Gerhard Felbinger, Gerald Schwaiger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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