26.06.2009 08:22 |

Widerwärtige Tat

Tochter aus "Rache" missbraucht

Er vergewaltigte seine elfjährige Tochter, doch schuld daran ist er nach eigener Ansicht nicht. So abstrus denkt ein 38-jähriger gebürtiger Türke, dem jetzt in Wien der Prozess gemacht wurde. Eigentlich sei nämlich seine Lebensgefährtin – die Mutter des Mädchens – für die Tat verantwortlich gewesen. Schließlich habe sie ihm für die Vergewaltigung einen Grund gegeben.

Die Frau sei zwar "nur" seine "Zweitfrau", aber immerhin auch die Mutter der gemeinsamen kleinen Tochter. Und als solche habe sie sich "anständig" aufzuführen und nicht etwa auszugehen, wenn er bei der "Erstfrau" sein muss.

Erzählungen nach sei auch die Zweitfrau als Kind vergewaltigt worden, und da habe er eben gedacht, es sei die beste Rache an ihr, dass er sich an ihrer Tochter vergreift. Und wirklich gewehrt habe sich die Kleine auch nicht: "Sie hat ja vor mir nie Angst gehabt, sie hat mich ja gekannt und mir vertraut." Aber doch, richtig sei es auch nicht gewesen.

Richterin Susanne Lehr verhängt fast wort-, auf jeden Fall fassungslos fünfeinhalb Jahre Haft. Die der Mann annimmt. Staatsanwalt Gerd Hermann überlegt noch: keine Erklärung.

von Gabriela Gödel, Kronen Zeitung

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