Triste Zahlen

Euro-Zone-Wirtschaft schrumpft um 4,5 Prozent

Ausland
22.06.2009 08:34
Die Weltbank hat ihre Konjunkturprognosen für die Euro-Zone, die USA und Japan gesenkt. Die wirtschaftlichen Aussichten seien weiter ungewöhnlich unsicher, erklärte die Weltbank am Montag zur Begründung. Daher werde die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone, in den USA und in Japan 2009 stärker schrumpfen als bisher angenommen. Auch die Erholung werde im kommenden Jahr schwächer ausfallen. Dagegen blickt die Weltbank optimistischer als zuvor auf die Erholung 2010 in China, Russland und Indien.

Für die Eurozone rechnet die Weltbank im laufenden Jahr nun mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 4,5 Prozent statt dem bisher vorausgesagtem Minus von 2,7 Prozent. Die US-Wirtschaft soll demnach um drei Prozent schrumpfen statt um 2,4 Prozent, die japanische Wirtschaft um 6,8 Prozent statt um 5,3 Prozent.

Für das nächste Jahr schraubte die Weltbank ihre Wachstumsprognose für die Eurozone auf 0,5 Prozent von 0,9 Prozent zurück. Die Vorhersage für die USA nahm sie auf 1,8 Prozent von 2,0 Prozent zurück. In Japan sei nur noch mit einem Wachstum von 1,0 Prozent statt 1,5 Prozent zu rechnen.

Arme Länder am meisten betroffen
Die globale Wirtschaftskrise und Finanzmarktschwäche wirken sich nach Angaben der Weltbank dramatisch auf die privaten Mittelzuflüsse für die ärmeren Länder aus. Die Kapitalflüsse in die Entwicklungsländer werden nach einer Prognose der Organisation in diesem Jahr mit wahrscheinlich 363 Milliarden Dollar (261 Milliarden Euro) weniger als ein Drittel des bisherigen Höchststands von 1,2 Billionen Dollar im Jahr 2007 erreichen.

Wie die Weltbank am Montag in ihrem Jahresbericht zu den Außenfinanzierungsaussichten der Entwicklungs- und Schwellenländer mitteilte, wird das Wachstum der Entwicklungsländer in diesem Jahr nach 8,1 Prozent 2007 und 5,9 Prozent 2008 voraussichtlich nur noch 1,2 Prozent betragen. Der Bericht wurde im Rahmen einer entwicklungspolitischen Konferenz in Seoul veröffentlicht.

Bruttoinlandsprodukt in Entwicklungsländern sinkt
Ohne China und Indien sinkt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Entwicklungsländern der Prognose der Weltbank zufolge um 1,6 Prozent. Die Folge sei, dass mehr Arbeitsplätze verloren gehen und mehr Menschen in die Armut geworfen würden.

"Entwicklungsländer können eine wichtige Antriebskraft bei der Erholung (der Weltwirtschaft) werden, in der Annahme, dass die einheimischen Investitionen wieder mit internationaler Hilfe ansteigen", sagte Weltbank-Chefökonom Justin Lin. Dazu gehöre, dass den Ländern wieder internationale Kredite zufließen. Die Weltbank hatte zuletzt ihre Prognose für die globale Konjunktur in diesem Jahr deutlich nach unten korrigiert und erwartet nun, dass die Weltwirtschaft um 2,9 Prozent schrumpft.

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