Außergerichtlich
Shell zahlt über 15 Millionen Dollar an Opfer
Die Protestbewegung hatte in den 90er-Jahren gewaltfrei gegen die Ölmultis demonstriert. 1993 hatte die vom Schriftsteller und Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwa geführte Bewegung Shell dazu gezwungen, ihre Ölförderanlagen im Ogoni-Land im Niger-Delta aufzugeben. Das damalige Militärregime hatte Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter in einem von Menschenrechtsorganisationen als Farce bezeichneten Prozess wegen Mordes zum Tode verurteilt und 1995 hingerichtet. Nigeria ist der achtgrößte Ölexporteur der Erde.
Shell gesteht keine Schuld ein
Der für Ölförderung zuständige Shell-Manager Malcolm Brinded erklärte, Shell habe stets betont, dass die gegen das Unternehmen erhobenen Anschuldigungen falsch seien. Gleichwohl gelte es, nach vorne zu blicken und anzuerkennen, dass das Ogoni-Volk gelitten habe. Er bekräftigte erneut, Shell habe bei den Gewalttaten keine Rolle gespielt.
Ein Opfer-Anwalt begründete die Vereinbarung außerhalb des Gerichts mit dem langen Zeitraum bis zu Entschädigungszahlungen selbst im Falle eines Sieges im Prozess. "Es hätte Jahre der Berufungsverhandlungen gegeben", sagte Hoffman.
Präzedenzfall geschaffen
Saro-Wiwas Sohn, Ken Saro-Wiwa Jr., sagte, die Einigung sei eine Rehabilitierung seines Vaters. Zudem gebe es nun einen Präzedenzfall, dass man einen internationalen Konzern wegen Menschenrechtsverletzungen in den USA vor Gericht bringen könne.
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