"Tag der Freude"
Correa als Präsident von Ecuador wiedergewählt
Correa erklärte sich schon wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale in seiner Heimatstadt Guayaquil faktisch zum Wahlsieger. "Dies ist ein Tag der Freude", sagte er vor jubelnden Anhängern und versprach die Fortsetzung sozialer Reformen und seiner "Bürgerrevolution". Auch im Einkammer-Parlament erzielte Correas Bewegung Alianza País nach diesen Angaben die Mehrheit. Allerdings dürfte die Finanzierung der bisherigen Regierungspolitik immer schwieriger werden, weil das Land stark von Erdölexporten und den Überweisungen ecuadorianischer Gastarbeiter im Ausland abhängt.
Bananen-Magnat scheitert zum vierten Mal
Auf Platz zwei landete der frühere Präsident Lucio Gutierrez, der laut Santiago Perez auf beachtliche 31 Prozent kam. Cedatos gab dem 2005 gestürzten Ex-Staatschef 27 Prozent. Den dritten Platz belegte mit etwa acht Prozent der reichste Mann des Landes, der Bananen-Magnat Alvaro Noboa. Er scheiterte damit schon zum vierten Mal bei dem Versuch, das höchste Staatsamt zu erobern.
Gutierrez hatte Wahlbetrug beklagt, für den es nach ersten Angaben von Wahlbeobachtern aus der Europäischen Union und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) jedoch keine Hinweise gibt. Die Abstimmung sei professionell vorbereitet und weitgehend ordnungsgemäß verlaufen, sagte Enrique Correa, Leiter der OAS-Delegation.
"Sozialismus des 21. Jahrhunderts" als Ziel
Allerdings verfügte Correa als Amtsinhaber über wesentlich größere Wahlkampfressourcen als seine Konkurrenten. Die im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit bei einem Referendum angenommene neue Verfassung ermöglichte erstmals seit den 60er-Jahren wieder das Recht auf eine Wiederwahl. Da Correas erste, verkürzte Amtszeit (2007) nicht zählt, kann er sich in vier Jahren einer Wiederwahl stellen. Der in den USA ausgebildete Correa, der früher einmal Wirtschaftsminister war, strebt ähnlich wie seine Kollegen in Venezuela und Bolivien einen "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" an - mit kostenlosem Gesundheits- und Bildungswesen, aber ohne Verstaatlichung privater Unternehmen.
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