Zögerliche Erholung
G-7 sieht Anzeichen für Stabilisierung
Die Minister deuteten zum Abschluss ihres Treffens auf Anzeichen für eine Stabilisierung hin. "Die Konjunktur dürfte später im Jahr wieder anziehen", prognostizierten sie. Das Umfeld sei aber weiter "schwach", schränkten sie zugleich ein. Der erwartete Aufschwung sei noch erheblichen Risiken ausgesetzt.
"Wir werden alles Nötige tun, um die Rückkehr zum Wachstum zu beschleunigen und langfristige finanzielle Stabilität zu bewahren", hieß es in der Erklärung. Es werde weiterhin nötig sein, Liquidität bereitzustellen, Kapital in die Finanzinstitutionen zu pumpen, Einlagen zu schützen und das Problem der Ramschanleihen anzugehen. Die Minister kündigten eine weitere enge Zusammenarbeit an, "um Wachstum und Arbeitsplätze wiederherzustellen und die Wiederholung einer Krise dieser Größenordnung zu verhindern".
Vorsichtiger Optimismus
Auch US-Finanzminister Timothy Geithner verband vorsichtigen Optimismus mit einer Warnung vor der Erwartung, dass die schlimmste Rezession seit den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts schnell vorbei sein werde. Es wäre falsch, aus den Anzeichen zu schließen, "dass wir kurz davor sind, aus der Dunkelheit hervorzutreten, die im September über die globale Wirtschaft hereinbrach", sagte Geithner in Washington. "Ohne die Herausforderungen vor uns zu unterschätzen", gebe es aber Anzeichen, dass die Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Talfahrt abnehme, sagte der US-Finanzminister. Die Lage in manchen Märkten zeige eine moderate Verbesserung, und es gebe Anzeichen, dass sich die US-Immobilienmärkte stabilisierten, sagte Geithner.
Der deutsche Bundesbank-Präsident Axel Weber hatte zuvor erklärt, er rechne für das kommende Jahr mit einer "schrittweisen Erholung" der deutschen Wirtschaft. Es gebe "durchaus erste Hoffnungszeichen" und Hinweise, dass die Geschwindigkeit des Abschwungs nachlasse.
Warnung vor Abschottung
Die G-7-Länder USA, Japan, Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und Kanada warnten erneut vor einer zunehmenden Marktabschottung als Folge der Krise. "Wir werden davon absehen, neue Barrieren für Investitionen oder den Handel von Waren und Dienstleistungen zu errichten", betonten die Staaten. Sie begrüßten Chinas ungebrochene Zusage, sich auf einen flexibleren Wechselkurs der heimischen Währung zuzubewegen. Dies sollte zu einer effektiven Aufwertung des Renminbi führen. China wird vorgeworfen, seine Währung vor allem zum Dollar künstlich niedrig zu halten und auf diese Weise seine Exporte zu verbilligen.
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