Herr Professor, in Kärnten wird die Frage gestellt, ob sich in den Todesstollen in Lasko auch Kärntner Opfer befinden könnten?
"Wohl eher nicht. Wir wissen nur von weniger als fünf Kärntnern nicht, was mit ihnen passiert ist. Die Namen dieser Vermissten sind bekannt. Alle anderen Schicksale sind geklärt."
Welche grausamen Schicksale ereilten diese verschleppten Kärntner?
"Die meisten wurden in Lischka erschossen. Ganz wenige kamen nach Marburg ins Gefängnis. Allesamt stammten sie aus dem Bezirk Völkermarkt. Und eben von besagten weniger als fünf Partisanenopfern wissen wir nichts."
Wird es überhaupt möglich sein, die tausenden Opfer im nun geöffneten Todesstollen zu identifizieren?
"Kaum! Die Partisanen versuchten damals, ihren Opfern jede Identität zu nehmen. Ausweise, Uniformen, Schmuck - alles wurde abgenommen."
Wo Opfer sind, müssen auch Täter sein. Wie stellt sich für Sie die Frage der Verantwortung dar?
"Es gibt Täter und sie haben über Jahrzehnte in Slowenien gelebt und Positionen inne gehabt. Viele könnten noch leben, denn die jüngsten Täter von damals waren 14 oder 15 Jahre alt, sie sind heute also um die 80. Der slowenische Staat wird innenpolitisch entscheiden müssen, wie er die Frage der Strafverfolgung und Verantwortung konsequent lösen kann."
Wessen sterbliche Überreste finden sich in diesem nunmehr geöffneten Todesstollen?
"Während des Krieges verbreitete das Nazi-Regime seinen Schrecken, danach wollten die Tito-Partisanen alle Deutschen aus Slowenien vertreiben. Im Stollen von Lasko dürfte es sich aber um sogenannte Klassenfeinde der Kommunisten handeln, also bürgerliche Slowenen, die der Revolution im Weg standen. Bei den Morden an diesen Menschen war es den Kommunisten egal, ob es sich um Deutsche oder Slowenen handelte."
von Fritz Kimeswenger, Kärntner Krone
Symbolbild
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