Kriegsverbrecher

Nkunda in Ruanda verhaftet

Ausland
23.01.2009 10:09
Der abtrünnige Tutsi-General und Rebellenanführer im Kongo, Laurent Nkunda, ist in Ruanda festgenommen worden. Der Warlord, der international wegen Kriegsverbrechen gesucht wird, habe vor seiner Festnahme massiven Widerstand geleistet, hieß es von den Behörden im Kongo. Nkundas "Nationalkongress zur Volksverteidigung" agiert im Osten der Demokratischen Republik und wird angeblich von Ruanda und Uganda unterstützt. Dem studierten Psychologen wird Völkermord und die Rekrutierung von Kindersoldaten vorgeworfen.

In Ruanda beherrscht die Volksgruppe der Tutsi die Regierung, auch Nkunda ist ein Tutsi und stammt ursprünglich aus dem Kongo. Er kämpft im rohstoffreichen Ostkongo gegen die Regierungstruppen sowie gegen Hutu-Milizen. Hutus sind ebenfalls eine Bevölkerungsgruppe in Ruanda, die dort Mehrheit in dem Land stellt. 

Nach dem Völkermord der Hutus an den Tutsis in Ruanda 1994 hatten sich viele Hutus in den benachbarten Ostkongo zurückgezogen und werden dort seither von Nkundas Truppen bekämpft. Es kam zu Vergewaltigungen und Folterungen. Dem Warlord wird auch vorgeworfen, Kindersoldaten zu rekrutieren. 

Seit Sommer 2008 immer wieder schwere Kämpfe
Seit August waren immer wieder schweren Kämpfe im Ostkongo aufgeflammt. Offiziell hatten sich der Kongo und Ruanda zuvor auf eine gemeinsame Ergreifung Nkundas geeinigt, der alle Friedensverträge gebrochen hatte. Nach UN-Angaben wurden seit 2007 rund zwei Millionen Menschen durch die Gefechte vertrieben.

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