Gezielter Anschlag

Fünf Tote bei Selbstmordattentat in Kabul

Ausland
18.01.2009 10:33
Ein Selbstmordattentäter hat vor der deutschen Botschaft in Kabul fünf Menschen in den Tod gerissen. 28 weitere wurden teils schwer verletzt. Bei den Todesopfern handelte es sich um vier afghanische Passanten und einen US-Soldaten, wie die afghanischen Behörden und die US-Streitkräfte erklärten. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag und erklärten, er habe sich gegen deutsches Militärpersonal gerichtet.

Verletzt wurden 21 Afghanen, sechs amerikanische Soldaten eines gegenüber der diplomatischen Vertretung liegenden Stützpunktes und ein ziviler US-Bürger. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, einige Mitarbeiter der Botschaft in der afghanischen Hauptstadt seien verletzt worden. An den Gebäuden seien Schäden entstanden.

"Menschenverachtender Terrorakt"
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich entsetzt über diesen "menschenverachtenden Terrorakt". Sie hoffe, dass keine weiteren Opfer zu beklagen sein werden und die Verletzten rasch genesen, erklärte Merkel am Samstag in Berlin. Deutschland werde sein Engagement in Afghanistan weiter aufrechterhalten, betonte die Kanzlerin. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag als "feigen Akt der Barbarei" und sagte: "Deutschland steht zu seinem Engagement in Afghanistan. Wir werden uns durch Terror und Schrecken nicht davon abbringen lassen, unsere Hilfe für das afghanische Volk fortzusetzen". Der afghanische Präsident Hamid Kartai verurteilte den Anschlag als unislamisch und inhuman.

Ein Sprecher der Taliban, Sabiullah Mujahid, erklärte, ein Selbstmordattentäter habe zwei Fahrzeuge angegriffen, in denen er deutsche Soldaten vermutet habe. "Die Taliban werden alle Länder zum Ziel machen, deren Truppen in Afghanistan sind", sagte Mujahid. Deutsche Soldaten seien im Norden des Landes an der Tötung Unschuldiger beteiligt. Die Bundeswehr hat im vergleichsweise ruhigen Norden des Landes rund 3.200 Soldaten stationiert.

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