'Absurde' Forderung
Piraten wollen Millionen-Lösegeld für Schiff
Der Kapitän widersprach einem Bericht der Kairoer Tageszeitung "Al-Masry Al-Yom", die unter Berufung auf die Tochter eines Besatzungsmitgliedes der "Blue Star" schrieb, die Piraten hätten 75.000 US-Dollar (rund 56.000 Euro) gefordert: "Wenn das stimmen würde, dann würden wir es sofort bezahlen."
Die Tochter eines ägyptischen Seemannes, der zusammen mit 27 weiteren Seeleuten von 15 Piraten auf der "Blue Star" festgehalten wird, sagte der Zeitung, sie habe am Samstag mit ihrem Vater telefoniert. Ihren Angaben zufolge klagte ihr Vater über "schlechte Behandlung" durch die Piraten. Die "Blue Star" hat Düngemittel geladen und war zu Jahresbeginn zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden gekapert worden.
Leiche mit Lösegeld angeschwemmt
Unterdessen wurden 153.000 Dollar aus dem Lösegeld für den am vergangenen Freitag freigegebenen saudischen Supertanker "Sirius Star" bei der Leiche eines ertrunkenen Piraten gefunden. Der unabhängige somalische Rundfunksender Radio Shabelle zitierte einen Anrainer, die Leiche des Mannes sei am Sonntag in der Nähe der Ortschaft Haradhere an die Küste gespült worden. Das Geld habe der Mann in einem Plastiksackerl bei sich getragen. Die Angehörigen suchten weiter nach den anderen vermissten vier Piraten. Insgesamt sind vermutlich fünf Piraten ertrunken, die zumindest einen Teil des Lösegelds in Höhe von drei Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro) an Bord hatte, als ihr Schnellboot kenterte.
Die Kaperung des mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar beladenen Supertankers "Sirius Star" war der größte Piratenakt in der Geschichte der Seefahrt. Ursprünglich hatten die Piraten 25 Millionen Dollar für das Schiff und seine 25 Besatzungsmitglieder verlangt, das sie am 25. November etwa 450 Seemeilen südöstlich von Kenia überfallen hatten.
Die Piraten halten derzeit noch etwa ein Dutzend Schiffe fest. Spanien kündigte daher am Freitag an, sich an dem internationalen Einsatz zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika mit 395 Marine-Soldaten und einem Überwachungsflugzeug zu beteiligen. Deutschland beteiligt sich mit der Fregatte "Karlsruhe" am EU-Einsatz "Atalanta".
Überfälle als ertragreiches Geschäft
Die Überfälle auf Schiffe sind inzwischen das einträglichste Geschäft in Somalia, das seit Jahrzehnten keine stabile Regierung mehr hat. Nach dem kürzlich veröffentlichten Bericht eines Forschungsinstituts haben die Piraten im vergangenen Jahr mehr als 30 Millionen Dollar Lösegeld erpresst.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.