Gefährlicher Urlaub

Luxus-Liner mit Österreichern entkommt Piraten

Ausland
03.12.2008 12:30
Gewonnene "Schlacht" gegen die Piraten vor der Küste Somalias: Wie erst jetzt bekannt wurde, konnte am Wochenende ein Luxus-Kreuzfahrtschiff einem Angriff von Piraten mit Maschinenpistolen entkommen. Die rund 30.000 Tonnen schwere "Nautica" fuhr den schwer bewaffneten Kriminellen auf und davon. Auch mehr als ein Dutzend Österreicher sind an Bord des Luxus-Liners - und wohlauf.

Sonntagvormittag, 10 Uhr, vor der Küste Somalias: Bei herrlichem Wetter sitzen die 684 Passagiere der "Nautica" gemütlich an ihren Frühstückstischen, die rund 400 Crewmitglieder gehen ihrer gewohnten Arbeit nach. Ohne zu ahnen, dass der Kapitän des amerikanischen Kreuzfahrtschiffes gerade eine erschreckende Beobachtung macht: Zwei Speedboote, besetzt mit sechs schwer bewaffneten Piraten, tauchen plötzlich aus dem Nichts auf und nehmen die Verfolgung auf - sofort wird ein Notsignal abgesetzt. 

Dann geht alles sehr schnell: Während die Verfolger das Feuer eröffnen, bringt der Kapitän seine "Nautica" auf Höchstgeschwindigkeit und änderte den Kurs. Mit Erfolg: Das 30.000 Tonnen schwere Passagierschiff fährt den Speedbooten auf und davon und kann die Piraten erfolgreich abhängen. 

„Niemand an Bord verletzt“
"Glücklicherweise wurde niemand an Bord verletzt", so ein Sprecher der zuständigen Reederei "oceania cruises" zur "Krone". 

Ein Vorfall, der für große Aufregung gesorgt hat. Denn es war das erste Mal, dass von Piraten ein Passagierschiff angegriffen wurde. Auch wenn es die meisten der Reisenden gar nicht mitbekommen haben. 

Landsleute entkamen bewaffneten Angreifern
Mit an Bord der angegriffenen "Nautica" auch zahlreiche Österreicher. Einige Passagiere sowie mehr als ein Dutzend heimische Crewmitglieder. Wie eine Rezeptionistin aus Salzburg: "Nur wer an Deck stand, hat den Zwischenfall überhaupt bemerkt. Erst als alles vorbei war, wurden wir und die Passagiere informiert. Aber die Erleichterung war deutlich spürbar."

Ein Schiffskoch aus Niederösterreich: "Das hätte auch anders ausgehen können. Dabei waren wir in einem überwachten Sicherheitskorridor." Noch am selben Abend wurden die Angehörigen der Crew von der Reederei informiert: "Wir wollten nicht, dass sie es aus den Medien erfahren müssen und sich unnötig Sorgen machen.", so ein Sprecher des Konzerns.

Die "Nautica" befindet sich auf einer 32-tägigen Kreuzfahrt von Rom nach Singapur mit Stopps in Ägypten, Oman, Dubai, Indien, Malaysia und Thailand, wie es auf der Website der Reederei hieß.

Heuer schon 100 Schiffe vor Somalia überfallen
Vor der somalischen Küste wurden in diesem Jahr schon rund 100 Schiffe überfallen, etwa 40 von ihnen wurden von den Piraten gekapert. Laut Noel Choong, dem Leiter der für Piratenüberfälle zuständigen Abteilung des International Maritime Bureau (IMB) in Malaysia, sind derzeit noch 14 Schiffe mit 250 Besatzungsmitgliedern in der Gewalt von Piraten, die Lösegeld verlangen. Am 15. November wurde ein saudi-arabischer Supertanker mit Rohöl im Wert von 100 Million Dollar an Bord gekapert.

Von Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung, und krone.at

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