Grüne wollen Verbot

Langzeitfolgen von “Gen”-Futter untersucht

Oberösterreich
25.11.2008 13:40
Oberösterreich will im kommenden Jahr einen neuen Anlauf starten, um ein Verbot gentechnisch veränderter Organismen (GVO) bei der EU durchzusetzen. Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) stützt sich dabei auf eine an der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführte Langzeitstudie, nach der gentechnisch veränderter Mais sich negativ auf die Fruchtbarkeit von Mäusen auswirkt.

Alberta Velimirov, Mitautorin der Studie, forderte Änderungen in der Versuchsmethode, bevor GVO auf den Markt gebracht werden. Normalerweise würden nur Fütterungstests mit Hühnern oder Mäusen aus einer einzigen Generationen gemacht. Die Forscherin hingegen empfiehlt, mehrere Generationen zu betrachten. Das wäre nur geringfügig aufwendiger, so Velimirov.

Negative Langzeitfolgen bei Mäusen
Sie und ihre Kollegen haben genau das getan: Sie fütterten eine Gruppe von Mäusen über vier Generationen hinweg mit dem GVO-Mais NK603xMon810, andere Tiere mit konventionellem. Dann wurde verglichen. Das Ergebnis: Fruchtbarkeit und Geburtsgewicht nahmen ab, die negativen Auswirkungen verstärkten sich mit der Zeit deutlich.

Bislang einzige Langzeitstudie
Abgesehen von einem Versuch mit Wachteln in Deutschland - bei der keine Unterschiede festgestellt wurden - sei das die bisher einzige Langzeitstudie zu diesem Thema, so Velimirov. Wie etwa Schweine, die GVO-Raps fressen, im Lauf der Generationen reagieren, wisse man nicht. Ihrer Ansicht nach seien die Ergebnisse bei den Mäusen aber sogar "mit Vorsicht auf den Menschen zu übertragen".

EU fordert Studien
Die Studie will Anschober nun nutzen, um erneut ein GVO-Verbot in Oberösterreich bei der EU durchzusetzen. Im Herbst 2007 hatte der EuGH diese Bestimmung gekippt. Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel signalisierte aber Entgegenkommen, sollte Oberösterreich Studien vorlegen, die negative Auswirkungen bei einzelnen Pflanzenarten belegen.

Anschober: "Risokoforschung ausbauen"
"Die Risikoforschung muss massiv ausgeweitet werden, weil es Indizien gibt", verlangte Anschober. Er trat außerdem erneut für ein europaweites GVO-Moratorium ein.

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