Schöner rasen

MotorStorm Pacific Rift

Spiele
24.11.2008 16:30
Vor PS nur so strotzende, benzinfressende, die Umwelt belastende Motoren, die nicht nur so manches Männerherz höher schlagen lassen, sind in Zeiten der globalen Krisenstimmung und in Anbetracht der allgegenwärtigen Gefahr der Erdwärmung eine mit zunehmender Mißbilligung beäugte Gattung. Für alle, die sich weiterhin mit gutem Gewissen gefahrlos dem Rausch der Geschwindigkeit hingeben möchten, bleiben aber immer noch die Racer auf den diversen Plattformen.

"MotorStorm" ist eines dieser Arcade-Rennspiele, das als eines der ersten PS3-Titel die Leistung der NextGen-Konsole erahnen ließ. Nun liegt mit "Pacific Rift" die Fortsetzung vor, die ein noch intensiveres Rennerlebnis verspricht. Bereits das gut gemachte Intro macht Hoffnung auf grenzenlosen Fahrspaß auf abgelegenem Terrain. Tatsächlich finden die Duelle nun in bergigen Gegenden, im wilden Dschungel, auf Lavagestein und auf malerischen Sandstränden - Sonnenuntergang inklusive - statt. Das die Anzahl der Strecken sich im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt hat, ist dabei nicht von Nachteil.

Der Fuhrpack bietet alles, was das Offroader-Herz begehrt. Neben diversen Trucks stehen Geländewagen, ATVs und Motocross-Maschinen zur Verfügung. Eine gänzlich freie Auswahl gibt es nicht: Je nach Strecke können nur bestimmte Fahrzeugklassen benützt werden. Die Unterschiede der Fahrzeuge wurden jedoch schön herausgearbeitet. Ein Motorrad ist nun mal viel wendiger als ein tonnenschwerer LKW, dafür landet man bei einem Fehler auch schneller im Dreck. 

Die abwechslungsreich gestalteten Strecken beinhalten diverse Abkürzungen, die bestimmten Fahrzeugtypen Vorteile verschaffen. Genaue Kenntnis über die Streckenführung ist daher von enormem Vorteil. Insbesondere die teils an unübersichtlichen Stellen plazierten Hindernisse führen schnell dazu, dass das eigene Gefährt in einem Feuerball aufgeht. Dies sorgt vor allem anfangs für einigen Ärger. Die hervorragend in Szene gesetzten, in Zeitlupe gezeigten Unfälle entschädigen jedoch ein wenig für das eigene Unvermögen. 

Doch auch die Gegner gehen nicht gerade zimperlich mit einem um. Da wird gedrängelt, was das Zeug hält. Wer möchte, kann dagegenhalten. In der Regel ist man aber schneller, wenn man sich rein auf sein fahrerisches Können konzentriert. Für ein wenig Leistungsüberschuß an entscheidenden Stellen sorgt wie gehabt der Boost. Im Prinzip kann er beliebig oft verwendet werden, es ist jedoch sorgsam darauf zu achten, dabei nicht den Motor zu überhitzen, da dieser sich sonst in seine Bestandteile auflöst.

Die bereits im Vorgänger beeindruckende Grafik wurde nochmals leicht verbessert. Teilweise kann man kann sich daran gar nicht satt sehen. Anstatt mit hundert Sachen dahinzubrettern, würde man das eine ums andere Mal viel lieber den Blick aufs Meer schweifen lassen. Nicht ganz so glücklich macht hingegen die Steuerung, die leider nicht so exakt reagiert wie gewünscht. Dafür ist der Soundtrack wiederum gelungen und verwöhnt das Ohr mit rockigem Sound.

Im Einzelspielermodus erwartet den Spieler der Festival-Modus. Für das Fortkommen im Spiel und die Freischaltung neuer Strecken und Fahrzeuge muss jeweils ein Platz unter den ersten drei belegt werden. Damit wenigstens etwas Abwechslung in den Rennalltag kommt, gibt es ab und an Zeit- oder Eliminierungsrennen sowie andere zu erreichende Ziele. Noch mehr Spaß machen allerdings Rennen gegen menschliche Gegner. Zu diesem Zweck darf neben Online-Duellen nun auch auf der heimischen Couch, dank Splitscreen-Modus, zu Zweit kräftig aufs Gaspedal gedrückt werden. 

Fazit: "MotorStorm Pacific Rift" sorgt zwar nicht mehr für das ganz große Aha-Erlebnis, ist aber eine solide gemachte Fortsetzung eines erfolgreichen Arcade-Racers. Als größter Unterschied zum Vorgänger kann die Verdopplung der Streckenzahl angesehen werden. Auch die grafische Darstellung wurde etwas aufpoliert, allerdings gibt es im Gegensatz zu damals, als die PS3 gerade frisch auf dem Markt war, auch wesentlich größere Konkurrenz. So gesehen ist der zweite Motorstorm-Teil gut gelungen, aber nicht überragend.

Plattform: PS3
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 8/10

von Harald Kaplan

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