"Yes, she can"

Hillary Clinton soll US-Außenministerin werden

Ausland
14.11.2008 18:20
Vor wenigen Monaten war sie noch die große Rivalin - jetzt hat die New Yorker Senatorin Hillary Clinton Chancen auf das Amt der US-Außenministerin in Barack Obamas neuer "Administration". Der künftige US-Präsident erwägt laut zwei seiner Berater ernsthaft, Clinton die Leitung des wichtigen Ressorts anzuvertrauen. Bisher hatten die Senatoren John Kerry und Chuck Hagel, der Gouverneur Bill Richardson und Ex-Senator Sam Nunn als Kandidaten für das wichtige Regierungsamt gegolten.

Der US-Fernsehsender NBC News zitierte die zwei nicht namentlich genannten Obama-Berater mit den Worten, die demokratische Senatorin für New York sei für den Posten "in Erwägung". Auch CNN meldete aus dem Umfeld Obamas, über eine Berufung Clintons werde nachgedacht. Die "Huffington Post" berichtete, dass das Lager des künftigen Präsidenten mit den bisher kolportierten Kandidaten unzufrieden sei. Daher erwäge man, Clinton das Amt anzutragen. Obamas Sprecher Tommy Vietor lehnte am Donnerstagabend einen Kommentar zu den Spekulationen ab. Aus Clintons Büro hieß es, die Entscheidung über den künftigen Außenminister liege bei Obama.

Clinton und Obama hatten sich heuer einen erbitterten Kampf um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten geliefert. Die New Yorker Senatorin war nach ihrer knappen Niederlage bei den Vorwahlen der Demokraten kurze Zeit als mögliche Vizepräsidentschaftskandidatin unter Obama gehandelt worden. Nach dem Sieg Obamas bei der US-Präsidentenwahl Anfang November wurde vereinzelt über eine Ernennung Clintons zur Gesundheitsministerin spekuliert. 

Obamas Stabschef entschuldigt sich bei Arabern
Weniger zum Außenminister geeignet dürfte übrigens der designierte Stabschef im Weißen Haus sein. Rahm Emanuel musste sich nun nämlich bei arabischstämmigen Amerikanern für Äußerungen seines Vaters zur Nahost-Politik des künftigen US-Präsidenten Barack Obama entschuldigen. Der in Israel geborene Benjamin Emanuel hatte in der vergangenen Woche der israelischen Tageszeitung "Ma'ariv" gesagt, natürlich werde sein Sohn Obama zugunsten Israels Einfluss walten lassen. "Warum sollte er nicht? Was ist er, ein Araber? Er wird im Weißen Haus ja nicht den Fußboden putzen."

Das Amerikanisch-Arabische Anti-Diskriminierungskomitee (ADC) verlangte daraufhin empört eine Klarstellung von Rahm Emanuel. Dieser rief am Donnerstag die Präsidentin der Organisation an, Mary Rose Oakar, und entschuldigte sich im Namen seiner Familie. Dies sei akzeptiert worden, erklärte Oakar. Ein Sprecher Emanuels ergänzte, der künftige Stabschef habe zudem ein Treffen angeboten.

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