Neue Strategie
EU fordert Umbau der Energieversorgung
Über 50 Prozent der in Europa verbrauchten Energie müssten schon heute aus anderen Regionen eingeführt werden, erklärte Barroso. Die Kosten pro EU-Bürger belaufen sich nach seinen Angaben auf 700 Euro jährlich, insgesamt rund 350 Milliarden Euro. Allein im vergangenen Jahr seien die Energiepreise in der EU um rund 15 Prozent gestiegen. Die Europäer müssten deshalb Energie sparen und verstärkt in heimische Energiequellen investieren.
Atomkraft gegen Treibhausgase
Neben Wind- und Sonnenergie setzt die EU-Kommission dabei auch auf die Atomkraft. Die 148 Atomreaktoren in der EU deckten gegenwärtig rund ein Drittel des Stromverbrauchs ab und produzierten kaum Treibhausgase, betonte die Brüsseler Behörde. Vor diesem Hintergrund würden "Entscheidungen über eine Laufzeitverlängerung, neue Investitionen oder den Ersatz von Reaktoren jetzt akut".
Verpflichtende Klimaschutzmaßnahmen
Um den Energieverbrauch zu reduzieren, will Brüssel Hausbesitzer in ganz Europa bei größeren Renovierungen zu Klimaschutzmaßnahmen verpflichten. EU-weit könnte damit der Energieverbrauch um fünf bis sechs Prozent gesenkt werden, erklärte die Kommission. Zudem schlug sie ein Kennzeichnungssystem für Autoreifen vor, um Verbraucher über deren Auswirkungen auf den Benzinverbrauch zu informieren. Der Reifenwiderstand kann nach Kommissionsangaben den Spritverbrauch eines Autos um bis zu zehn Prozent erhöhen.
Abhängigkeit von Russland soll verringert werden
Da der Anteil der Gas- und Öl-Importe aus dem Ausland trotz alledem weiter steigen wird, will sich Brüssel um eine Verminderung der Abhängigkeit von Russland bemühen, dem wichtigsten Energielieferanten der EU. Dazu soll der seit langem geplante Bau einer Gas-Pipeline vom Kaspischen Meer nach Europa vorangetrieben werden. Als Konsequenz aus den wiederholten Liefer-Unterbrechungen Russlands an Transitländer wie die Ukraine und Weißrussland, die sich teilweise auch in der EU bemerkbar machen, schlug die Kommission die Entwicklung eines Krisenreaktionsmechanismus vor.
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