Wütende Passagiere
Weiter Chaos auf italienischen Flughäfen
Das Personal trotzte damit weiter Alitalias Insolvenzverwalter, Augusto Fantozzi, der am Mittwoch Abend rechtliche Maßnahmen gegen das streikende Personal angekündigt hat. Die Dienstverweigerung habe der Fluggesellschaft und den Passagieren schwere Schäden zugefügt, kommentierte Fantozzi. Auch die Staatsanwaltschaft von Rom kündigte Ermittlungen wegen "Unterbrechung des öffentlichen Dienstes" an.
Protest gegen Arbeitsvertragsmodell
Die Alitalia-Belegschaft protestiert gegen das Arbeitsvertragsmodell, das die italienische Investorengruppe CAI vorgelegt hat. Das Investorenkonsortium hat der Regierung Berlusconi einen verbindlichen Übernahmeplan für die Alitalia übergeben. Neun Fachverbände, die die Mehrheit der Piloten und des Flugpersonals repräsentieren, hatten sich vor zehn Tagen geweigert, das Arbeitsvertragsmodell zu unterstützen. Sie verlangen die Neuaufnahme der Gespräche mit der CAI über den neuen Vertrag, dem die größten Gewerkschaftsorganisationen des Landes bereits zugestimmt haben. Die Fachgewerkschaften protestieren gegen die "unnachgiebige Haltung" der CAI, die von der Regierung unterstützt werde.
EU stimmt Verkauf zu und kritisiert Staatshilfe
Die EU-Kommission hat inzwischen dem Verkauf der Alitalia zugestimmt. Zugleich rügte Brüssel den italienischen Staat für die im April an die Airline ausgezahlten Staatshilfen in Höhe von 300 Millionen Euro. Das Darlehen verstoße gegen das Wettbewerbsrecht und müsse von der Fluggesellschaft selbst zurückgezahlt werden, erklärte die Kommission am Mittwoch. Damit ist die Investorengruppe CAI, die die gesunden Teile von Alitalia für 375 Millionen Euro übernehmen will, von Rückzahlungsverpflichtungen befreit. Die Wettbewerbshüter forderten zugleich einen Verkauf der profitablen Alitalia-Teile zu marktgerechten Preisen, um sicher zu gehen, dass die Kreditgeber der Fluggesellschaft ihr Geld zurückerhielten.
Das Konsortium aus italienischen Geschäftsleuten plant, die gesunden Teile der seit Ende August unter Gläubigerschutz stehenden Alitalia mit dem kleineren Rivalen Air One verschmelzen. Um die Überlebenschancen zu verbessern, ist die Regierung in Rom zudem noch auf der Suche nach einem ausländischen Großaktionär. Im Gespräch sind Air France-KLM und die Deutsche Lufthansa.
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