Ton verschärft

Nordkorea will Grenzen zu Südkorea schließen

Ausland
12.11.2008 08:43
Das stalinistisch geführte Nordkorea will nach dem Abbruch des Dialogs mit Südkorea von Anfang Dezember an die Grenzen zum Nachbarland schließen. Die nordkoreanischen Streitkräfte unterstellten Südkorea am Mittwoch erneut, eine Politik der Konfrontation zu verfolgen und nur ein "Lippenbekenntnis" abzugeben, was die Respektierung der Vereinbarungen der inner-koreanischen Gipfeltreffen von 2000 und 2007 betreffe.

Die südkoreanische Seite sei von der "wichtigen Maßnahme" informiert worden, dass die Volksarmee alle Übergänge an der militärischen Demarkationslinie strikt kontrollieren und vom 1. Dezember an sperren werde, hieß es in einer von den staatlich kontrollierten Medien veröffentlichten Erklärung.

"Die südkoreanische Marionetten-Regierung sollte niemals vergessen, dass die derzeitigen innerkoreanischen Beziehungen am Scheideweg zwischen Existenz und vollständigem Abbruch stehen", warnte die Volksarmee am Mittwoch.

Ton verschärft
Nordkorea hatte bereits in den vergangenen Wochen den Ton gegenüber Südkorea verschärft und mit dem Abbruch aller Beziehungen gedroht. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten hat sich seit dem Antritt des konservativen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak heuer Ende Februar spürbar abgekühlt. Er hatte einen harten Kurs gegenüber dem kommunistischen Norden angekündigt.

Eine vollständige Blockierung des Grenzverkehrs würde auch Kooperationsprojekte der beiden Staaten betreffen, wie den Industriepark in der nordkoreanischen Stadt Kaesong und Tourismusreisen aus Südkorea in diese Grenzstadt. Die beiden Projekte sind eine wichtige Devisenquelle für den verarmten, aber - auch atomar - hoch aufgerüsteten Norden der geteilten koreanischen Halbinsel.

Bis heute kein Friedensvertrag
Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag auf der koreanischen Halbinsel. Im Juni 1950 hatten nordkoreanische Truppen die 1945 nach der militärischen Niederlage der Kolonialmacht Japan gezogene Demarkationslinie überschritten. Damit begann ein drei Jahre währender Krieg, der 4,5 Millionen Tote forderte und durch einen bis heute gültigen Waffenstillstand beendet wurde.

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