Drama in Schule
Mindestens 88 Tote bei Hauseinsturz in Haiti
Das an einem Hang in dem Stadtteil Petion-Ville errichtete dreistöckige Gebäude war vollständig in sich zusammengebrochen. In der Schule wurden Kinder vom Kindergartenalter bis zum Abitur betreut und unterrichtet.
Bilder vom Unglücksort findest du in der Infobox!
Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen, der UN-Schutztruppe Minustah, des Roten Kreuzes und Familienangehörige versuchten, die Verschütteten mit bloßen Händen auszugraben. Der US-Entwicklungsdienst USAID schickte 38 Nothelfer und vier Suchhunde an den Unglücksort.
Chaotische Szenen am Unglücksort
Rettungskräfte konnten lange nicht mit schwerem Gerät zu dem Unglücksort vordringen, da dieser nur über eine sehr enge, rund zwei Kilometer lange Straße zu erreichen ist. Da auch viele Schaulustige und verzweifelte Eltern zur Schule strömten, spielten sich teilweise chaotische Szenen ab.
Unglücksursache noch ungewiss
Über die Ursache des Einsturzes gibt es bislang nur Spekulationen. In der Regenzeit soll unter dem Haus, das angeblich ohne Genehmigung an dem Hang errichtet worden war, der Boden weggespült worden sein. Dadurch sei das Schulgebäude zusammengebrochen, hieß es.
Weder Anrainer noch Bürgermeisterin Claire Rudie Parent zweifeln daran, dass Pfusch am Bau schuld sei. Die dritte Etage des Schulgebäudes war immer noch im Bau, sagte die Bürgermeisterin. Ursache des Unglücks sei ein Baufehler, nicht etwa der heftige Regen der vergangenen Wochen.
Laut Französischlehrer Jimmy Germain sei das Gebäude bereits vor acht Jahren schon einmal teilweise eingestürzt. Anrainer, die unterhalb der Schule wohnten, seien weggezogen, weil sie wegen Baumängeln beim Wiederaufbau einen erneuten Einsturz befürchteten. Der Schulbetreiber, eine Kirche, habe versucht, deren Land aufzukaufen.
Von politischen Unruhen und Naturkatastropen geprägt
Haitis Präsident René Préval sprach den Familien vor sein Mitgefühl aus. Sein Land gilt als das ärmste der westlichen Hemisphäre. Seit Jahren ringt das karibische Land mit politischen Unruhen und Naturkatastrophen. Allein bei den Wirbelstürmen in diesem Jahr kamen fast 800 Menschen ums Leben.
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