Staatseklat in Polen

Wirbel: Kaczynski lachte Premier Tusk aus

Ausland
25.08.2008 16:34
Die Unterzeichnung des Abkommens über das US-Raketenschild zwischen Polen und den USA am vergangenen Mittwoch sorgt weiter für Gesprächsstoff an der Weichsel: Dass Präsident Lech Kaczynski den polnischen Regierungschef Donald Tusk vor der US-Außenministerin Condoleezza Rice wegen dessen angeblich magerer Englischkenntnisse auslachte, finden viele Polen ungehörig.

„Der Präsident hat sich kompromittiert“, erklärte der Vize-Parlamentspräsident Stefan Niesolowski. Das Staatsoberhaupt habe „seine Armseligkeit und seinen Mangel an Manieren“ unter Beweis gestellt. Der Grund für die Aufregung: Kaczynski lachte, als Premier Donald den neben ihm stehenden Gast aus den USA auf Englisch willkommen hieß und mit etwas hölzerner Aussprache seine Freude über den hohen Besuch ausdrückte. 

Kaczynski selbst spricht nie Englisch
Lech Kaczynski steht weiterhin zu seiner Reaktion. „Es amüsiert mich furchtbar, wenn jemand, der nicht gut Englisch kann, unbedingt in dieser Sprache sprechen muss“, erklärte das Staatsoberhaupt. Im Übrigen habe Tusk bei der Begrüßung die gute Sitte verletzt, „die in ganz Europa geachtet wird“, dass immer zuerst der Präsident spreche. Kaczynski selbst spricht laut polnischen Medien übrigens kein Englisch, sondern engagiert immer einen Dolmetscher.

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