Wieder in Freiheit
Somalische Piraten lassen deutsche Geiseln frei
Die deutschen Segler - nach Angaben des Sprechers beide um die 50 Jahre alt - waren in einer Jacht vor der somalischen Küste unterwegs, als sie am 23. Juni von Piraten verschleppt wurden. Sie hätten gesundheitliche Probleme, hieß es. Besonders dem Mann gehe es nicht gut. Er leidet unter Diabetes.
Wer hat Lösegeld bezahlt?
Die Piraten hatten nach der Entführung ein Lösegeld in Höhe von zwei Millionen US-Dollar gefordert (1,3 Mio. Euro). Nach Angaben der somalischen Behörden wurde ein Lösegeld von einer Million Dollar (etwa 666.500 Euro) gezahlt. Ein Vermittler erklärte, die Seeräuber hätten davon jedoch nur 600.000 Dollar (398.036 Euro) erhalten. Den Rest hätten die Behörden von Puntland kassiert. Unklar ist, wer das Geld gezahlt hat.
Piraterie ist vor der Küste Somalias weit verbreitet. Besonders in diesem Jahr ist die Zahl der Überfälle auf Jachten, Luxusschiffe, aber auch auf Fischereiboote am Horn von Afrika besonders stark gestiegen. Erst am vergangenen Sonntag war der unter Panama-Flagge fahrende Frachter "Stella Maris" mit 20 philippinischen Seeleuten an Bord entführt worden. Vor knapp zwei Wochen war ein vor Somalia entführtes Frachtschiff der Lübecker Reederei Karl Lehmann nach 41 Tagen wieder freigegeben worden. Nach Informationen aus Schifffahrtskreisen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi soll ein Lösegeld in Höhe von 750.000 US-Dollar (497.545 Euro) gezahlt worden sein.
Somalische Regierung hilflos
Die Behörden der betroffenen somalischen Region haben wiederholt Lösegeldzahlungen an die Seeräuber kritisiert. Sie befürchten, dass dadurch nur zusätzliche Anreize geschaffen werden, Schiffe zu überfallen und Ausländer zu entführen. Außerdem ermöglichen die Einnahmen aus den Lösegeldern den Piraten technische Aufrüstung. Die somalische Regierung hat zwar zugesichert, verstärkt gegen die Seeräuber vorzugehen. Sie ist aber so instabil und schwach, dass sie kaum Möglichkeiten hat, um die Piraterie zu stoppen. In der Region Puntland, in der die meisten Piraten aktiv sind, wurde im Frühjahr die Todesstrafe für Seeräuberei eingeführt.
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