"de Blob" basiert auf einem Spiel, das Studenten in den Niederlanden für die Stadt Utrecht entwickelt haben - den Link zum Gratis-Download der Vorlage findest du in der Infobox! "Ein Kollege hat mich auf das Spiel aufmerksam gemacht, er war begeistert von diesem neuartigen Konzept", erklärt Nick Hagger vom australischen Entwickler Blue Tongue, einem THQ-Studio, im krone.at-Interview. Er sei sofort begeistert gewesen von der Idee, Farbe in einer Stadt zu verteilen - und habe gleich an eine Wii-Umsetzung gedacht.
So ist "de Blob" ganz auf die Wii-Steuerung ausgerichtet: Per Nunchuck bewegt sich der bunte Ball vor- und seitwärts, mit der Fernbedienung wird per Armbewegung gehüpft. Wohin, das bestimmt der Spieler auch per Z-Knopf: Hiermit können Ziele eingeloggt werden - so werden Farbbehälter aufgenommen, Flächen in luftiger Höhe angesteuert, traurige Graulinge befreit und Gegner eingestampft.
Heiter und entspannt durch Chroma City
Eingestampft wird übrigens ohne Blut- und Farbevergießen. "Das Spiel ist nicht gewalttätig - es erheitert und entspannt", beschreibt Hagger. Tatsächlich zaubert "de Blob" unwillkürlich ein Lächeln auf das Gesicht des Spielers. Der startet als de Blob an einem Strandabschnitt von Chroma City. Dort lernt er vom harten Kerl Arty, einem von vier weiteren Widerstandskämpfern gegen die farblose Welt, die Grundzüge der Steuerung. An verschiedenen Stellen kann de Blob dann Herausforderungen annehmen, die unter Zeitdruck erledigt werden müssen.
Farben verteilen und Musik verändern
Schon zieht de Blob los: Zuerst hüpft er auf einen Behälter mit Farbe - die der ansonsten bleiche Geselle dann annimmt. So ausgerüstet rollt und springt der Ball auf und an alles, was ihm in den Weg kommt und färbt dabei die Umgebung: Häuserfronten, Bäume, Schiffe, Tore und nicht zu vergessen kleine, deprmierte Graulinge, die herrlich fröhlich jauchzen, wenn sie mit Farbe eingedeckt werden. Mit jeder neuen Farbe, die de Blob verteilt, kommt auch ein neues Instrument hinzu, die Musik wird lebendiger.
"Musikmalbuch für alle Altersklassen"
Zu Beginn kan der Spieler wählen, in welcher Stimmung de Blob sich auf Erkundungs- und Befreiungstour begibt, diese entsprechen verschiedenen Musikstilen - neben der Farbe ein Hauptelement des Gameplays. "'de Blob' ist ein Musikmalbuch für alle Altersklassen", beschreibt Hagger. Sind genügend Missionsziele geschafft und erstrahlt die Umgebung eines Spielabschnitts in buntem Glanz, darf de Blob einen Schalter betätigen, der das Level beschließt: Der vormals graue Ort wird lebendig, fröhlich und noch bunter.
"Einfach, aber nicht langweilig"
"Am schwierigsten bei der Entwicklung von 'de Blob' war herauszufinden, ob das Game wirklich Spaß macht", beschreibt Nick Hagger. Besonderen Wert hätten die Entwickler deshalb darauf gelegt, dass das Spiel Fehler verzeihe. "Es soll einfach, aber nicht langweilig sein oder sich wiederholen", erklärt Hagger die Idee hinter "de Blob". Besonders viel Zeit wurde daher den Testern eingeräumt: "Das Game ist für die ganze Familie geeignet, es spricht Frauen ebenso an wie Männer", so Hagger.
Dunkle Zeiten in Chroma City
Wer sich als Österreicher durch die Unterdrückung der vormals bunten Welt durch die böse INKT Corporation, deren Polizisten und die im Gleichschritt marschierenden Graulinge an die Nazi-Zeit erinnert, liegt nicht ganz falsch - aber auch nicht ganz richtig, wie Hagger erklärt. "Es wird auf totalitäre Regime angespielt, aber wir hatten eher die Sowjetunion als Vorbild. Doch 'de Blob' ist nicht zu düster oder politisch", so Hagger. Kinder würden den Subtext nicht als gewalttätig empfinden, Erwachsene jedoch als spannende Hintergrundgeschichte annehmen.
Multiplayer-Maps inklusive
Die kürzeren Level sollen zwanzig bis dreißig Minuten, die längeren etwa eine Stunde dauern. In dieser Zeit kann der Spieler nicht speichern - aufgrund des geringen Festplattengröße der Wii wäre die Anordnung der auf den Gebäuden verteilten Farben nicht reproduzierbar. "Wir wollten aber keine kleineren Levels bauen", rechtfertigt Hagger die Entscheidung. Als Entschädigung gibt's einen Multiplayer-Modus, wo sich bis zu vier Spieler auf acht oder neun verschiedenen Maps gegenseitig jagen, Fallen stellen und versuchen, so viel Fläche wie möglich mit ihrer eigenen Farbe zu bemalen.
Für die Zukunft - mit größerer Festplatte für die Wii - könnte sich Hagger einen Online-Multiplayermodus vorstellen. Dann könnten auch mehrere Spieler gemeinsam Missionen erledigen.
Von Bernadette Geißler
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