Probleme um Litera

Buchmesse “Litera” hat gerichtliches Nachspiel

Oberösterreich
06.08.2008 15:12
Die Linzer Buchmesse "Litera", die im April Premiere hatte, findet nun ein gerichtliches Nachspiel. Die Autorin Margit Schreiner, die nach wie vor auf 5.000 Euro Preisgeld wartet, will eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermitteln. Das Design Center hat wegen ausständiger Mietzahlungen das Gericht befasst und die Reservierung für das kommende Jahr storniert.

"Wir haben die offenen Forderungen eingeklagt und die Reservierung für die Litera im kommenden Jahr gestrichen, weil ich ansonsten grob fahrlässig handeln würde", sagte der geschäftsführende Direktor des Messezentrums Thomas Ziegler. Litera-Veranstalter Berthold Greif sprach hingegen von "beträchtlichen rechtlichen Auffassungsunterschieden" mit dem Design Center, die er nicht näher präzisierte. Er habe die Sache schon vor längerer Zeit den Anwälten übergeben und wolle diesen nicht vorgreifen, sagte er im Gespräch.

Greif will Stornierung "nicht akzeptieren"
Eine Stornierung des Termins im kommenden Jahr "wird von uns nicht akzeptiert", so Greif. Er stecke mitten in der Planung für 2009 und wolle die Messe wieder im Design Center abhalten. Die Autorin Margit Schreiner kann der Idee einer Buchmesse in Linz zwar durchaus etwas abgewinnen, fügt aber hinzu: "Mit einem anderen Veranstalter."

Gewinnerin um Preis vertröstet
Die Autorin, die für ihr Buch "Haus, Friedens, Bruch" - neben dem deutschen Schriftsteller Simon Borowiak - den von der "Litera" ausgelobten Belletristikpreis bekommen hat, zeigte sich verärgert: Sie habe zwar bei der Urkundenverleihung ihre Kontonummer angeben, Geld habe sie bisher aber keines erhalten. Erst heute, Mittwoch, habe Greif sie mit der Begründung, sein Förderansuchen sei noch nicht behandelt worden, erneut vertröstet, so die Schriftstellerin.

"So etwas ist mir noch nie passiert", zeigte die Autorin wenig Verständnis. Normalerweise bekomme man das Geld gleich. Ihr sei die Sache ohnehin bereits im Vorfeld "verdächtig" vorgekommen, so Schreiner. Sie würde einen Preis der "Litera" jedenfalls nicht mehr annehmen. Ob es solche wieder geben wird, steht ohnehin noch in den Sternen: Bei der nächsten Messe werde es keine Preise geben, deren Finanzierung nicht schriftlich zugesagt worden sei, so Greif. Er sei nach den heurigen Erfahrungen "etwas verschreckt".

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