Zur Überwachung

Polen plant elektronische Armbänder für Pädophile

Ausland
06.08.2008 13:28
Um wegen Kindesmissbrauchs verurteilte Täter künftig besser überwachen zu können, erwägt die polnische Regierung die Einführung elektronischer Armbänder. Während die Opposition den Vorschlag begrüßt, plädiert das Gesundheitsministerium mit der so genannten "hormonellen Kastration" für eine radikalere Lösung, wie die Zeitung "Polska" in ihrer Mittwoch-Ausgabe berichtet.

In einem Jahr solle das elektronische Armband eingeführt werden, so Vize-Justizminister Lukasz Redzinak. Zurzeit laufe die Ausschreibung für das Projekt. Auch Vertreter der Oppositon begrüßen die Pläne. "Das Problem ist heute weniger das Aufspüren der Pädophilen als vielmehr die Kontrolle über sie, wenn sie das Gefängnis verlassen", so Katarzyna Piekarska vom "Bündnis der demokratischen Linken" (SLD). Für das Armband sollen sich auch Kleinkriminelle entscheiden können, denen im Gegenzug eine Gefängnisstrafe erlassen wird.

Beim polnischen Gesundheitsministerium denkt man derzeit allerdings über eine radikalere Lösung nach: die so genannte "hormonelle Kastration". Das Ministerium möchte diese Methode so schnell wie möglich anwenden und führe in dieser Frage Gespräche mit Sexual-Wissenschaftlern, erklärte der Sprecher des Ministeriums Jakub Golab gegenüber "Polska". Bei dieser Behandlung müssen die Straftäter Tabletten einnehmen, die ihren Sexualtrieb hemmen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat das Ministerium aber noch nicht erarbeitet.

Das Justizministerium sieht diese Pläne allerdings skeptisch. Die hormonelle Kastration könne dauerhafte Gesundheitsschäden hervorrufen und sei deshalb verfassungswidrig, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums.

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