Bin-Laden-Vize

Zawahiri soll schwer verletzt oder tot sein

Ausland
02.08.2008 21:54
Die Nummer zwei der Terrororganisation Al Kaida, Ayman al-Zawahiri, soll schwer verletzt oder tot sein. Das zumindest berichtete der TV-Sender CBS. US-Geheimdienstexperten und Militärs Pakistans erklärten jedoch, dafür gebe es keine Beweise. Es ist nicht das erste Mal, dass über den Tod eines Al-Kaida-Führers spekuliert wird.

Der 57-jährige Stellvertreter von Terrorchef Osama bin Laden leide unter schweren Schmerzen, seine Wunden seien entzündet, berichtete CBS. Der US-Fernsehsender berief sich auf einen Brief, in dem um einen Arzt gebeten werde, der Zawahiri behandeln solle. Dem Sender sei eine Kopie des Schreibens von Informanten aus Pakistan zugespielt worden.

„Keine glaubwürdigen Beweise“
Ein ranghoher US-Geheimdienstmitarbeiter äußerte allerdings Zweifel an dem CBS-Bericht. Es gebe keine Beweise dafür, dass Zawahiri schwer verwundert oder tot sei, sagte er CNN. Auch zwei Pentagon-Mitarbeiter erklärten auf Anfrage des US-Nachrichtenkanals, ihnen lägen keine glaubwürdigen Berichte über den Tod der Nummer zwei der Al Kaida vor.

Selbst von pakistanischer Seite wird der Bericht über die schwere Verwundung Zawahiris in Frage gestellt. Man könne ihn weder dementieren noch bestätigen, sagte Husain Haqqani, der pakistanische Botschafter in den USA. "Wir haben keine Informationen dazu", erklärte der Sprecher der pakistanischen Armee, General Athar Abbas.

Auch auf einschlägigen, der Al Kaida nahestehenden Web-Seiten finden sich derzeit keine Informationen über die angebliche schwere Verwundung der Nummer zwei Zawahiri.

Waffenexperte bei Angriff getötet
Vor wenigen Tagen waren bei einem Raketenangriff im Nordwesten Pakistans sechs Menschen getötet worden, darunter vermutlich der Al-Kaida-Waffenexperte Mursi al-Sayid Umar alias Abu Khabab al-Masri. Es gibt keine Erkenntnisse darüber, ob Zawahiri sich zum Zeitpunkt des Drohnenangriffs in dem beschossenen Dorf aufhielt.

Im September 2006 hatte eine französische Zeitung den Tod Osama bin Ladens gemeldet, was sich aber bald als falsch herausstellte.

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