Staatsbegräbnis?

Briten überlegen Art der Beisetzung für Thatcher

Ausland
02.08.2008 21:55
Mit 82 Jahren muss die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher derzeit erleben, wie sich Politiker Gedanken über die Form ihrer Beisetzung machen. Ob die als Baronin von Kesteven im Oberhaus sitzende ehemalige Konservativen-Führerin eines Tages ein Staatsbegräbnis bekomme oder nicht, sei noch nicht entschieden, sagte eine hochrangige Labour-Politikerin dem Londoner "Guardian". "Anderslautende Berichte sind nicht zutreffend", erklärte Harriet Harman, die als Fraktionschefin ihrer Partei im Unterhaus Mitglied des Kabinetts von Premierminister Gordon Brown ist.

Zuvor hatten Londoner Zeitungen unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, die Baronin von Kesteven, die von 1979 bis 1990 Premierministerin war, solle mit einem Staatsbegräbnis gewürdigt werden. Darüber habe Brown bereits mit Königin Elizabeth II. gesprochen. Auch sei das Büro Thatchers kontaktiert worden. Mit dem bisher letzten Staatsbegräbnis im Vereinigten Königreich war 1965 Ex-Premier Sir Winston Churchill geehrt worden. In der Regel sind solche Staatsakte den Monarchen vorbehalten.

Erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts werden "Fünf-Sterne-Beerdigungen", wie der Sender BBC sie nannte, gelegentlich auch "nicht-königlichen Persönlichkeiten" zuteil - wie etwa dem in der Schlacht von Trafalgar gefallenen Admiral Lord Nelson oder dem Naturwissenschaftler Charles Darwin. In der nach Meinung einiger britischer Medien peinlich anmutenden Diskussion um die Beisetzung Thatchers hieß es unter anderem, es stünden im Fall eines Staatsbegräbnisses möglicherweise nicht genügend Ehrenwachen für das dann fällige Defilee zur Verfügung.
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