Fassaden-Streit

Musiktheater-Architekt soll nachgeben oder gehen

Oberösterreich
31.07.2008 19:40
„Schiach!“ Oberösterreichs Landespolitiker und die Linzer Stadtväter befürchten in seltener Übereinstimmung einen Volksaufstand, wenn sie einen der acht Vorschläge zur Fassadengestaltung des Musiktheaters absegnen: Wenn der englische Architekt weiter auf seinen faden Ideen beharrt, werden ihn die Bauherrn ausbezahlen und ablösen müssen.

Es geht nicht nur um 10 Millionen Euro Honorar, sondern vielmehr um das ganze 144-Millionen-Projekt: Die Linzer Politiker fuhren zu den Metallwerkstätten Pöttinger nach Taufkirchen an der Trattnach, um dort acht verschiedene Muster für die Fassade zu begutachten - und abzulehnen: Der rostige Voest-Stahl würde zwar den Bauherrn noch am besten gefallen, doch der geplante Faltenwurf lässt die Fensteröffnungen in der Seitenansicht verschwinden, so dass der gewaltige Bau auf der Blumau wie eine einzige geschlossene Wand dastehen würde. Deshalb könnten auch hellere Alu-, Blech- oder Kupfer-Varianten diese eintönige Vorhang-Fassade nicht attraktiver auflockern, auf der Architekt Terry Pawson besteht.

Damit bringt er seine Steuergeldgeber zur Weißglut: Im Land- und Rathaus werden die Stimmen mehr, den Wettbewerbssieger zu disqualifizieren: Der Streit um eine weitere Millionen-Forderung des Architekten sollte zum Anlass genommen werden, eine Abschlagszahlung auszuverhandeln. Dann könnte zwar das Opernhaus nach seinen Plänen gebaut, aber eine neue Idee für die Fassade gesucht werden. 

Foto: Chris Koller

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