"Ernstes Problem"

Mehr Sextourismus durch Billigfluglinien

Ausland
24.07.2008 09:35
Die europäische Polizeibehörde Europol hat Billigfluglinien eine Mitschuld an der Zunahme von Sextourismus gegeben. "Die Reduzierung der Flugticketpreise und zugleich die strengere Gesetzgebung in den westlichen Ländern tragen zur wachsenden Zahl von Sextouristen bei", sagte Europol-Chef Max-Peter Ratzel einer deutschen Zeitung. Solche Touristen könnten selbst ferne Reiseziele billig erreichen, "um schließlich Kinder sexuell zu missbrauchen".

Nach seinen Worten ist dies "ein ernstes Problem, das seit langem unter der Beobachtung Europols steht". Vor allem "Kontinente und Länder mit ärmlichen wirtschaftlichen Bedingungen, die einen Großteil der Bevölkerung betreffen, sind bevorzugte Ziele der Sextouristen", zitierte ihn die "Neue Osnabrücker Zeitung".

Zunehmend gehöre dazu auch Kambodscha, sagte der Europol-Chef. Ein aktueller Fall vor dem Landgericht Kiel belege dies. Dem aus Deutschland stammenden 49 Jahre alten Angeklagten wird dem Bericht zufolge sexueller Missbrauch von Kindern in Kambodscha vorgeworfen. Am Freitag solle voraussichtlich ein Urteil fallen.

Kinder werden Touristen angeboten
Im Hinblick auf Länder wie Kambodscha sagte Ratzel: "Dort bezahlen Sextouristen lokale Zuhälter, um so Zugang zu Minderjährigen zu erhalten, die sie sexuell missbrauchen können." In manchen Fällen seien Familien im Ort so arm, "dass sie die eigenen Kindern den Sextouristen als Missbrauchsopfer anbieten".

Es gebe "alle Arten des sexuellen Missbrauchs". Um die Kinder besser zu schützen, arbeitet Europol laut Ratzel nicht nur mit anderen Strafverfolgungsbehörden in den EU-Staaten sowie der US-amerikanischen Bundeskriminalpolizei FBI zusammen, sondern auch mit Nichtregierungsorganisationen an Ort und Stelle.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
24.07.2008 09:35
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung