Traurige Gewissheit

DNA-Analyse bestätigt Tod von “fliegendem Pater”

Ausland
30.07.2008 10:28
Mehr als drei Monate nach dem missglückten Rekordflug eines brasilianischen katholischen Priesters mit mehreren hundert Helium-Luftballons ist die Leiche des Abenteurers eindeutig identifiziert worden. DNA-Analysen ergaben, dass es sich bei einer Anfang Juli vor der Küste des Staates Rio de Janeiro gefundenen Leiche um den 41-jährigen Pater Adelir Antonio de Carli handelte.

Die Leiche des "fliegenden Priesters" war rund 100 Kilometer vor der Küste geborgen worden. "Aufgrund der Kleidung, des Rucksacks und der Turnschuhe kann man davon ausgehen, dass es sich um die Leiche des Paters handelt", sagte ein Polizeisprecher im Juli. 

Der Pater war am 20. April beim Versuch, einen neuen Rekord für das Fliegen mit Helium-Luftballons aufzustellen, verschwunden. Er ließ sich an der brasilianischen Atlantikküste von mehreren hundert Luftballons in den Himmel tragen. Acht Stunden nach Beginn seines Flugs wurde er von den Hafenbehörden für vermisst erklärt. 

Den letzten Kontakt zum Priester hatten die Behörden am Abend des 20. Aprils. "Ich muss mit jemandem sprechen, der mir erklärt, wie das GPS-System funktioniert, nur so kann ich den Leuten da unten meine genaue Lage durchgeben", habe de Carli per Funk gesagt.

Erfahrener Flieger und Fallschirmspringer
De Carli galt als erfahrener Flieger und Fallschirmspringer und hatte unter anderem mehrere Überlebenskurse besucht. Erst im Jänner war er an 500 Helium-Ballons hängend in einer Höhe von bis zu 5.300 Metern von Ampere in Parana Richtung Süden nach Argentinien geflogen, wo er unversehrt landete. Der Flug dauerte damals vier Stunden.

Pater wollte mit Flug Geld für Kapelle sammeln
De Carli wollte mit seinem Flug den bisherigen Rekord von 19 Stunden brechen und auf diese Weise Geld sammeln, um eine Kapelle für Lkw-Fahrer in der Hafenstadt Paranagua zu bauen. 

Das Schicksal des Priesters hielt Ende April tagelang ganz Brasilien in Atem. Bei den Suchaktionen wurden Hubschrauber, Flugzeuge und Schiffe der Marine eingesetzt. Auch Dutzende Fischer suchten im Meer verzweifelt nach dem Pater. Gefunden wurden damals aber nur Hunderte von bunten Ballons, die im Wasser trieben.

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