Diskriminierung

Britische Muslime sehen sich “die Juden Europas”

Ausland
04.07.2008 22:55
Muslime fühlen sich in Großbritannien nach den Worten des Staatssekretärs im Entwicklungshilfeministerium, Shahid Malik, wie Fremde und würden wie "die Juden Europas" behandelt. "Ich will damit keinen Vergleich mit dem Holocaust ziehen", sagte das erste muslimische Regierungsmitglied des Landes aus Anlass des bevorstehenden dritten Jahrestags der Londoner Anschläge. "Aber mit der Art, dass es fast legitim war - und in einigen Bereichen irgendwo immer noch ist - Juden anzugreifen. Viele Muslime würden sagen, uns geht es genauso."

Malik machte die Aussagen in einem Dokumentarfilm, der in der kommenden Woche gezeigt werden soll. Der Politiker war selbst wiederholt Ziel von rassistischen Angriffen, darunter eines Brandanschlags auf sein Familienauto. Manche Berichterstattung in den Medien "gibt den Muslimen das Gefühl, Fremde im eigenen Land zu sein", sagte Malik.

1,8 Millionen Muslime in Großbritannien
In Großbritannien leben rund 1,8 Millionen Muslime. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der Briten macht einer Umfrage des Instituts ICM zufolge die islamische Religion mitverantwortlich für die Londoner Anschläge. Dabei hatten in Großbritannien aufgewachsene islamistische Selbstmordattentätern 52 Menschen getötet. 

Acht von zehn Muslimen sagen, seit den Attentaten hätten die Vorurteile gegenüber ihrer Religion zugenommen. Die Anschläge lösten in Großbritannien eine breite Diskussion darüber aus, ob sich Minderheiten in der multikulturellen Gesellschaft in Nischen zurückgezogen und sich nicht mehr als Briten fühlen.

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